Jon Bellamy ist der neue CEO von Jagex und hat in seiner kurzen Amtszeit bereits einige Veränderungen angestoßen. Im Interview mit The Game Business spricht er über Themen wie die Monetarisierung von RuneScape und die allgemeine Marktlage für MMOs.
Was sagt Bellamy zur Monetarisierung? Die Monetarisierung soll einer von drei großen Gründen sein, warum Spieler mit RuneScape brechen und lieber zu Old School RuneScape oder sogar zu ganz anderen MMORPGs wechseln. In Umfragen soll jedoch Hoffnung ersichtlich gewesen sein, wenn an den richtigen Stellschrauben gedreht wird, darunter auch der Shop.
Im Sommer experimentierten die Entwickler von RuneScape deshalb und deaktivierten verschiedene Inhalte oder brachten besondere Items zurück. Dabei haben sie laut Bellamy auch gelernt, dass nicht alle Mikrotansaktionen per se schlecht finden. Einige wünschten sich Inhalte zurück, um sie mit Echtgeld zu kaufen. Insgesamt soll das Feedback aber sehr positiv gewesen sein.
Im Anschluss fragt der Interviewer dann, ob RuneScape weiterhin so viel Umsatz machen wird, wenn sie Änderungen vornehmen. Die Antwort darauf hat einige begeistert:
Es ist hart. Wir werden wahrscheinlich nicht den Umsatz halten können, den wir aktuell haben, wenn wir diese Änderungen vornehmen. Das ist die Wahrheit. Aber, wenn wir 10, 15 oder 25 Jahre in die Zukunft schauen, dann ist es dieser kurze Schmerz vielleicht wert. Das ist die Idee hinter dem Experiment, das ist die Wette, die wir eingehen.
Worum ging es in dem Gespräch noch? Im weiteren Verlauf wurde über das neue RuneScape Dragonwilds, die Faszination für Old School RuneScape und die generelle Marktlage gesprochen.
Dabei verweist der CEO unter anderem darauf, dass es aktuell eine allgemein angespannte Lage in der Videospielbranche gibt. Das spüren Entwickler, Chefs, Investoren und auch Banker. Da es seit 2008 in der Gaming-Branche gefühlt immer bergauf ging, soll es für viele die erste negative Erfahrung sein, so Bellamy.
Er sieht darin aber auch eine Chance, gerade für AA-Studios. Große Budgets sind keine Garanten mehr für Erfolge, und kleineren Studios gelingt es immer wieder, gute Produkte zu platzieren, die qualitativ auch gar nicht so weit weg von den AAA-Spielen sind. Als Beispiel nannten sie hier Clair Obscure.
