ArcheAge Chronicles ist im Rahmen einer Demo beim Steam Next Fest spielbar. Die läuft noch bis zum 26. Oktober um 19:00 Uhr. Wie mein erster Eindruck war und was das MMORPG gut, aber auch nicht so gut gemacht hat, das besprechen wir hier.
Wie umfangreich ist die Demo? Sie fällt insgesamt kleiner aus als gedacht. Ihr bekommt eine Hauptgeschichte von etwa 2 Stunden und könnt dann noch einige Geheimnisse in der Spielwelt entdecken, die jedoch nur rund ein Viertel des gesamten Startgebiets ausmacht.
Wie ist mein erster Eindruck? Mein Fazit fällt eher gemischt aus. Das Spiel hat ein paar gute Seiten, dazu zählen etwa der Charakter-Editor, die Optik der Spielwelt, die Mechaniken der Bosskämpfe oder generell die Breite an Aufgaben, die man erledigen kann. Andere Bereiche jedoch, wie die Bewegung oder das Kampfsystem, sind noch stark ausbaufähig.
Aufgrund der Optik, aber auch der Inhalte drängt sich dabei immer wieder ein Vergleich zu New World auf. Der ist natürlich etwas unfair, weil ArcheAge Chronicles ja erst einmal in einen Early Access startet und das Spiel von Amazon auch Zeit brauchte, um besser zu werden. Trotzdem ist es eben das MMORPG, das ArcheAge Chronicles am nächsten kommt.
Ein spannender Start und eine schicke Spielwelt
Ganz grundsätzlich gefällt mir die offene Spielwelt, in der bis zu 100 Personen gleichzeitig unterwegs sein können. Ein MMO-Gefühl ist also da und bei einem Bosskampf war ich auch sehr froh, dass mir ein anderer Spieler zur Hilfe kam. Direkt nach dem Tutorial, das mir das Kampfsystem und die Fortbewegung beibringt, werde ich einmal quer durch das Startgebiet geschickt. Dabei ploppen immer wieder Nebenaufgaben auf:
- Es gibt Haufenweise Nebenquests zu erledigen
- Man kann Nui-Tränen sammeln, über die man sich zusätzliche Stats verdienen kann.
- Es liegen immer wieder Ausrüstungsgegenstände auf dem Boden, vor allem Accessoires direkt zum Start.
- Es gibt Zettel zum Lesen, ähnlich wie in New World.
- Natürlich kann man auch Bäume fällen oder Tiere ausweiden.
Aufgrund dieser Vielfalt und auch der Farbgebung der Zone drängt sich immer wieder ein Vergleich zu New World auf. Diesen verliert ArcheAge Chronicles jedoch in fast jedem Bereich. Das Sammeln und Craften etwa hat nicht die Qualität, die Sounds und die Tiefe. Die Umgebung ist längst nicht so begehbar und vor allem das Movement hat noch viel Luft nach oben.
So rutscht man an der Wand entlang, man bewegt sich oft federleicht und auch die generellen Animationen sind noch nicht ideal. Persönlich stört mich auch, wie das Schwert an meinem Rücken schwebt, aber da bin ich vielleicht etwas kleinlich.
Dem Kampfsystem fehlen Präzision und Wucht
Meine Kritik an der Fortbewegung setzt sich leider auch beim Kampfsystem fort. Hier setzt XL Games auf ein Action-Combat, bei dem man die Feinde in einem Autolock hat, also sie mit der Kamera fest anvisiert. Trotzdem kann es passieren, dass Angriffe danebengehen, wenn man etwa bewusst in die falsche Richtung schaut.
Mein Schwertkämpfer hat kurze und schnelle, aber auch langsame und härtere Angriffe. Die Fähigkeiten werden dabei über Kombos ausgelöst, etwa durch eine Richtungstaste (WASD) und die rechte Maustaste oder durch das Aneinanderreihen von Angriffen über rechte und linke Maustaste. Obwohl man die Wucht der Angriffe ein wenig spürt, kommt das MMORPG auch hier nicht an New World heran.
Was dafür aber Top-Tier ist, das sind einige der Bosskämpfe, die mich schon früh im Spiel erwartet haben. Hier muss man Angriffe parieren und den starken Fähigkeiten ausweichen. Diese werden mit einem roten Aufblitzen der Augen markiert und sind dann auch nicht parrierbar. Bei den meisten Duellen habe ich dann auch die zusätzlichen Wurfmesser und Heiltränke gebraucht, damit ich sie ohne Tod überstanden habe. Das macht Spaß und ist herausfordernd, allerdings finde ich es frustrierend, dass man im Falle eines Todes XP und Ingamewährung verliert.
Attributspunkte, Nui-Tränen und viele weitere Systeme
Mit jedem Levelup verdient ihr euch übrigens 3 Attributspunkte, die ihr in verschiedene Stats stecken könnt, und cool ist, dass man genau sieht, was dadurch verstärkt wird. Zudem gibt es für jede Waffe Talentpunkte, die ihr euch über spezielle Säulen in der Welt verdienen könnt. Diese waren bisher immer mit einem Bosskampf verknüpft. Über die Waffenbäume lernt ihr aktive und passive Effekte, auch hier wieder recht ähnlich zu New World.
Was das PvP angeht, so gab es leider auf meinem Server EU 2 heute Morgen niemanden, der sich duellieren wollte. Stand jetzt gibt es aber auch nur Open-PvP in speziellen Kanälen. Wer daran nicht teilnehmen möchte, kann einfach im standardmäßig ausgewählten PvE-Kanal verweilen und hat dort seine Ruhe.
Bleibt zum Abschluss noch der Charakter-Editor, der vielleicht der beste aller Zeiten ist. Er bietet realistische Farben, unheimlich viele Einstellungsmöglichkeiten und, was mir sehr positiv aufgefallen ist: Man kann sehr detailliert sein Alter einstellen. Dazu gibt es verschiedene Falten, aber auch Altersflecken und Glanz, mit dem man herumspielen kann. In diesem Punkt hat XL Games auf jeden Fall abgeliefert.
Ein Fazit nach 3 Stunden
Nun reichen 3 Spielstunden und ein kleiner Teil der ersten Zone natürlich nicht für ein vollumfängliches Fazit. Ein paar Dinge haben sich aber schon herauskristallisiert:
- Die Spielwelt, die verschiedenen Dinge, die man darin entdecken kann, die Bosskämpfe und der Charakter-Editor machen Lust auf mehr.
- Das Kampfsystem und die Bewegungen müssen aber nochmal angepackt werden, wenn man langfristig Erfolg haben möchte.
- Es gibt einige typische Asia-Elemente, etwa viele Systeme und Materialien oder dass immer alles mit roten Punkten markiert wird. Wer dagegen allergisch ist, wird es schwer haben. Dennoch ist ArcheAge Chronicles ein ganz anderes Spiel als Aion 2, mit seinem Fokus auf Story und offene Welt und eben nicht so sehr auf Dungeons und Grind. Wobei sich das im Endgame natürlich noch ändern könnte.
- Und man merkt ganz klar den Fokus auf Konsolen. Man macht überraschend wenig mit der Maus, navigiert überall mit den Tasten F und G durch und auch die klobigen Menüs passen gut zu Konsolen, aber nicht unbedingt zum PC.
Ich hatte insgesamt drei spaßige Stunden und freue mich auf den Early Access. Wer aber ein Spiel auf dem Niveau von New World sucht, der sollte sich vorerst wohl die 30 Dollar sparen und auf den Full-Release warten. Laut der Steamseite soll dieser etwa 9 bis 12 Monate nach dem Start im Early Access stattfinden.
Wie war euer Eindruck von ArcheAge Chronicles? Habt ihr Lust darauf oder seid ihr eher skeptisch? Schreibt eure Meinung sehr gerne in die Kommentare.
