Mit Bezeichnungen wie „das beste“ oder „das schlechteste MMORPG aller Zeiten“ wird oft inflationär um sich geworfen. Bei Ship of Heroes finde ich es aber sehr angebracht. Das Spiel war grafisch, inhaltlich und auch von der Monetarisierung her bodenlos. Nun steht fest: Ein Jahr nach dem Release wird es abgeschaltet.
Wann stirbt Ship of Heroes? Exakt ein Jahr nach seinem Release. Das Superhelden-MMORPG erblickte am 22. September 2025 das Licht der Welt und wird am 22. September 2026 abgeschaltet.
Ist das ein großer Verlust? Nicht wirklich. Im Peak kam Ship of Heroes auf 100 gleichzeitige Spieler, nach einer Woche waren davon noch 13 übrig. Mit 27 % positiven Bewertungen hatte es auch wirklich nahezu keine Fans und ist damit auf Steam tatsächlich das schlechteste MMORPG aus 2025. Im Grunde ist der gesamte Titel ein riesiges Missverständnis.
Eine Review zu meiner persönlichen Erfahrung bekommt ihr in diesem Video:
Ship of Heroes war in fast allen Bereichen schlecht
Was genau war das für ein Spiel? Ship of Heroes wurde von ehemaligen Fans von City of Heroes ins Leben gerufen. Die versuchten 2017 mit Kickstarter Geld einzunehmen, was jedoch fürchterlich schiefging. Nach drei Tagen hatten sie eine so geringe Summe, dass sie die Kampagne frühzeitig beendeten.
Im Anschluss versuchten sie, das Spiel alleine fertigzustellen, doch das Ergebnis war eine Katastrophe:
- Die Spielwelt war klein und extrem leblos
- Der Superspringt war nicht gut steuerbar
- Alle Abenteuer fanden in instanziierten Gebäuden statt, die fast immer gleich aufgebaut waren
- Das Kampfsystem und vor allem die Sounds konnten nicht überzeugen
- Es gab haufenweise Bugs und Performance-Probleme
- Grafisch sah das Spiel nach 2003 aus
Das Einzige, was ein bisschen überzeugt hat, war die Charaktererstellung. Hier gab es die verschiedenen Spielstile Tank, Nahkämpfer, Fernkampf-DD, Supporter und Controller und obendrauf konnte man aus primären und sekundären Power-Sets wählen. Die Sekundären kamen dabei von einem ganz anderen Spielstil, was also einer Art Zweitklassensystem entsprach.
Aber das war halt in City of Heroes ähnlich und genau daran wollte man sich ja orientieren. Das Entwicklerteam bediente sich dann aber noch eines genialen Tricks, um Spieler zu vergraulen: Man setzte die Monetarisierung einfach höher an als beim Klassenprimus WoW. Zuerst benötigt ihr nämlich eine Spielversion für 60 Euro und im Anschluss dann ein monatliches Abo über 15 Euro. Eine ganz schön starke Ansage für ein so unfertiges Spiel.
Wie geht es weiter? Das Team bedankte sich in ihrer Nachricht bei den Spielern, die an mehr als 220 Umfragen und dutzenden von Tests teilgenommen haben sollen. Allerdings gibt es keinen Hinweis darauf, dass man nun ein neues Spiel entwickeln oder irgendwas mit der IP „Ship of Heroes“ geplant habe. Ist vielleicht auch besser so.
Wie war eure Erfahrung mit dem MMORPG? Habt ihr es ausprobiert oder euch darüber informiert, oder sind diese Superhelden unter eurem Radar geflogen?
Wenn ihr nach der schlechten Nachricht jetzt aber nach guten Geschichten sucht, dann schaut doch gerne in der Liste mit allen neuen MMORPGs in Entwicklung vorbei. Vielleicht findet ihr dort ja etwas passendes.
