Im MMORPG Lost Ark erschien mit dem September-Update in dieser Woche die neue Klasse des Dimensionalisten. Dieser sorgte im Handumdrehen dafür, dass Lost Ark plötzlich wieder Top-Umsätze fährt. Warum und was das für die Community bedeutet, klären wir hier.
Was war das für ein Update? Das September-Update, auch „Dimensions Unbound“, erschien am 16. September für Lost Ark. Es brachte die neue Klasse „Dimensionalist“ mit, die eine Mischung aus Zeitmagier und flinkem Assassinen darstellt.
Des Weiteren hatte das Update einige Änderungen an der Balance dabei und zahlreiche Anpassungen der Progression und Events für neue Spieler und zum Aufschließen. Dimensions Unbound gehört damit zu den größten Updates, die Lost Ark dieses Jahr erhalten hat, und stellt ziemlich viel auf den Kopf – macht aber auch einiges leichter.
Wie wirkte sich das auf die Spielerzahlen aus? Die zuletzt immer weiter sinkenden Spielerzahlen von Lost Ark haben sich durch das Update verbessert, wenn auch nur geringfügig. Während wir in den letzten Monaten 24h-Peaks zwischen 6.500 und 7.500 gesehen haben, war der Peak zum Update am Mittwochabend immerhin bei 10.467 Leuten, die gleichzeitig online waren (via SteamDB).
Das ist, wie man schnell merkt, vielleicht nicht so viel mehr, als man sich bei Smilegate und Amazon erwartet hat. Doch schaut man in eine andere Statistik, wird klar: Das Update hat sich definitiv gelohnt.

Lost Ark zurück in den Charts: Steam führt eine Liste der sogenannten 100 Top-Sellern. Dort sind die 100 Spiele aufgelistet, die in der jeweiligen Woche weltweit den meisten Umsatz auf der Plattform generiert haben. Während Lost Ark in den vergangenen Monaten nicht mal in dieser Liste auftauchte, ist es plötzlich auf Platz 17 (Stand 17. September, 14:30 Uhr, via Steam).
Noch enormer fällt der Aufstieg in den Charts der einzelnen Länder auf. Schaut man auf die USA ist das MMORPG auf Platz 9 am Start. Bei uns in Deutschland ist es von Platz 96 auf Platz 6 geklettert und macht damit sogar mehr Umsatz als beispielsweise Blood of Dawnwalker in dieser Woche.

Verbleibende Fans geben viel aus – und das ist nicht nur gut
Was sagt das über die Community? Es liegt wohl auf der Hand, dass die Community von Lost Ark viel Geld in das Spiel steckt. Sogar noch deutlich mehr, als das bei vergleichbaren Titeln der Fall ist. Black Desert beispielsweise ist aktuell bei rund 21.000 Fans im 24h-Peak, also doppelt so groß wie Lost Ark. In der Liste der Top-Sellern global jedoch nur auf Platz 95 zu finden.
Auch Final Fantasy XIV legt einen soliden 24h-Peak von 24.700 Fans nur über Steam hin, reiht sich bei den Top-Sellern damit aber ebenfalls nur auf Platz 67 ein. Das kommende Aion 2 kann derzeit zwar noch keine Spielerzahlen liefern, ist durch seinen Vorverkauf aber auf Platz 54 zu finden. Mehr MMORPGs sind in den globalen Top-Sellern nicht am Start.
Warum das für Lost Ark Rettung und Fluch zugleich ist: Zum einen sichert das stabile Ausgabeverhalten der Lost-Ark-Fans das Fortbestehen des MMORPGs. Die Übernahme von Smilegate im Februar ist gesichert und Lost Ark dürfte wohl nicht in Gefahr sein, bald abgeschaltet zu werden. Und das trotz der vergleichsweise geringen Spielerzahlen.
Gleichzeitig sorgt das aber auch dafür, dass Lost Ark, meiner bescheidenen Meinung nach mit rund 8.000 Spielstunden, weiterhin Fans verlieren wird und es schwer hat, neue Spieler zu binden.

Das ausgegebene Geld fließt in Lost Ark größtenteils in die Verbesserung eigener Charaktere und neuer Klassen. Wenn ein großer Teil der verbleibenden Fans mitzieht, erhöht das den Standard, den man von anderen Mitspielern erwartet. Kurz gesagt: Leute, die Free2Play unterwegs sind oder nur geringfügig Geld ausgeben, werden es schwer haben, in Gruppen zu kommen.
Wo ist das Problem? Da Gruppengameplay und Raids aber ein unumgänglicher Teil von Lost Ark sind, werden viele Casual-Spieler schnell Motivation und Lust verlieren, nachdem sie 30 Minuten oder länger versuchen, eine Gruppe für einen Raid zu finden, ohne dessen Clear sie schlichtweg nicht weiterkommen.
Smilegate arbeitet zwar an dem Problem, mit Aufhol-Events, Mentoren-Systemen und Solo-Raids, es ist aber nach wie vor vorhanden.
Was haltet ihr davon? Seid ihr überrascht von den starken Umsätzen von Lost Ark? Spielt ihr aktuell noch, oder denkt ihr darüber nach, wieder zu spielen? Warum habt ihr aufgehört, falls nicht? Schreibt es uns gerne in die Kommentare hier auf MMO News oder in unserem Discord.
