Die Firma Netmarble hat 2025 das neue MMORPG Vampir in Korea und Taiwan veröffentlicht. Nun soll das Spiel auch zu uns in den Westen kommen. Passend dazu gibt es jetzt eine Webseite, auf der die wichtigsten Informationen zu finden sind. Doch einige Aussagen und auch die Spielerzahlen in Korea machen mich eher skeptisch.
Was ist das für ein MMORPG? In diesem Spiel taucht ihr in eine düstere, gotisch angehauchte Welt ein, in der wir selbst kein Held sind, sondern einen Vampir spielen. Der wurde von Mitgliedern der Kirche getötet und sinnt nun auf Rache.
Bei der Charaktererstellung habt ihr die Wahl aus fünf verschiedenen Spielstilen. Ihr könnt als Bloodstained ein Großschwert führen, als Grim Reaper eine Sense, die Viper spielt mit Dolchen und Akasha setzt auf Kriegsgleven. Zu guter Letzt gibt es noch den Carnage, der mit Schusswaffen ausgestattet wurde. Alle Klassen fokussieren sich dabei auf Schaden, eine Holy Trinity gibt es nicht.
Gespielt wird in der Iso-Perspektive und das wahlweise auf dem PC oder dem Smartphone. Eine Konsolenversion wird es nicht geben. Das Kampfsystem ist actionreich und schnell, die Entwickler versprechen viel Wucht und eine besondere „Drain“-Mechanik, bei der man sterbenden Feinden Lebenspunkte entzieht, um so auszugleichen, dass es keine Heiler gibt.
Wann erscheint Vampir? Ein genaues Release-Datum gibt es nicht. Allerdings könnt ihr euch bereits auf der offiziellen Webseite vorab registrieren und weitere Details zur Veröffentlichung sollen „zeitnah“ kommuniziert werden.
120.000 und der Ausbruch aus der typisch koreanischen MMO-Formel
Was macht eher skeptisch? Im neuesten Video sprechen die Entwickler davon, dass sie aus der typischen Formel von koreanischen MMOs ausbrechen wollen. Man habe sofort ein klares Bild der Grafik, von elfengleichen Völkern und einer typischen Holy Trinity im Sinn. Genau das soll Vampir nicht bieten. Schau ich mir aber die gezeigten Charaktere mit den spitzen Ohren an, erfüllt ihr eigenes Spiel schon mal mindestens eins der typischen Klischees.
Zudem wird Vampir Auto-Play bieten, was den Fortschritt in der Story und Kämpfen in der offenen Welt angeht. Das ist ein Feature, das bei uns im Westen eher verpönt ist. Zu guter Letzt wirken auch die Systemanforderungen eher überschaubar. Ein i5 der 10. Generation, eine GTX 1060 und 20 GB Festplattenspeicher klingen jetzt nicht unbedingt nach Revolution.
Ein Erfolg, der hier nicht viel bedeutet: Die Entwickler rühmen sich zudem, dass sie den ersten Platz in den Mobile-Charts in Korea und über 120.000 gleichzeitige Spieler auf beiden Plattformen und in Korea und Taiwan zusammen erreicht haben. Zum Vergleich: Ein Aion 2 kam auf über 800.000, von denen die meisten PC-Spieler waren.
Einen finanziellen Erfolg kann man dem Spiel aber nicht absprechen. Es spielte in den ersten 20 Tagen über 25 Millionen Dollar ein.
Einige gute Ideen, aber ich glaube nicht, dass das reicht
Hat Vampir bei uns eine Chance? Das neue MMORPG hat einige gute Ansätze, etwa das blutige und düstere Setting oder die ungewohnte Story. Aber ich glaube nicht wirklich daran, dass dieser Titel ein Erfolg wird. Autoplay, der Mobile-Ansatz und auch die Monetarisierung sind allesamt schwierig.
Denn zumindest in Asien gibt es ein Gacha-System für Kostüme und Mounts, die zudem Stats haben. Ungewöhnlich ist hier, dass es kein Pity-System gibt, also man irgendwann garantiert ein Item bekommt. Obendrauf kommen Boosts und allgemeine Progressionsbeschleunigung im Shop. Sollte das genau so übernommen werden, wird der Titel wohl als Pay2Win eingestuft.
Wie seht ihr das neue MMORPG Vampir? Schreibt es gerne in die Kommentare.
