Vampir ist der Name eines neuen MMORPGs, das am 28. Oktober bei uns im Westen erschienen ist. Das bietet ein düsteres Setting ab 18, viel Blut, aber leider auch typische Elemente, die man von Netmarble gewohnt ist. Ich habe reingespielt und fasse euch die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.
Vampir erschien Ende 2025 in Korea und erreichte dort ordentliche Spielerzahlen und erzielte auch einen guten Umsatz. Wenn man sich rein auf das Setting und die Ideen konzentriert, so klingt der Titel gar nicht so schlecht. Ihr taucht in eine düstere, gotisch angehauchte Welt ein, in der ihr selbst kein Held seid, sondern einen Vampir spielt.
Der wurde von Mitgliedern der Kirche getötet und sinnt nun auf Rache. Bei der Charaktererstellung habt ihr die Wahl aus fünf verschiedenen Spielstilen:
- Ihr könnt als Bloodstained ein Großschwert führen
- Als Grim Reaper nutzt ihr eine Sense
- Die Viper spielt mit Dolchen
- Der Carnage setzt auf Schusswaffen
- Die Akasha führt große Kriegsgleven.
Alle Klassen fokussieren sich dabei auf Schaden, eine Holy Trinity gibt es nicht, und auch auf einen Genderlock wurde verzichtet. Spannend ist, dass die Entwickler in ihrem Vorstellungsvideo betont haben, dass sie kein typisch koreanisches MMORPG sein wollen.
Alle Infos und passendes Gameplay gibt es wieder in einem Video:
Leider viel zu viel Autoplay
Doch wenn man in das Spiel einsteigt, merkt man schnell, dass es sich um einen Titel von Netmarble handelt. So gibt es ein sehr klobiges und für das Smartphone optimiertes Interface, Auto-Fight und sogar ein Auto-Quest-System. Im Klartext: Das MMORPG spielt sich nahezu von allein.
Nur in ein paar kurzen Momenten müsst ihr etwa Tutorial-Aufgaben lösen, Ausrüstung anziehen oder auf Erfolge drücken, damit es weitergeht. Insgesamt hatte ich von den rund 60 Minuten Spielzeit vielleicht 5 Minuten die Hand an der Tastatur. Und das ist super schade, denn rein vom Setting in der Story hatte es durchaus meine Neugier geweckt.
Man wird von der Oberkönigin der Vampire wiedererweckt und erlebt zwischendurch Visionen aus ihrer Vergangenheit, da man einen Teil ihres Blutes in sich trägt. Generell geht es recht brutal in der Welt zu, was einen schönen Kontrast zu den oftmals bunten Fantasywelten darstellt.
Pay2Win in alle Richtungen
Fast noch schlimmer als das Autoplay ist dann noch die Monetarisierung. Es gibt zwei Gacha-Systeme, einmal für die Reittiere, die verschiedene Geschwindigkeiten und kleinere Stat-Boosts bringen, und einmal für sogenannte Blutgestalten. Letztere verändert leicht unser Aussehen, bringt aber primär viele Stats, nämlich bis zu 92 % mehr Angriffsgeschwindigkeit, und zusätzliche passive Effekte, die von Gestalt zu Gestalt unterschiedlich ausfallen. Das bedeutet, dass es irgendwo eine perfekte Form für euer Build gibt.
Die Gestalten und Reittiere bekommt man in einer normalen grauen, in grünen, blauen, lila und vor allem legendären goldenen Formen. Für letztere hat man eine Chance von 0,015 % und wenn man sogar eine ganz bestimmte Form haben möchte, von 0,000625 %. Für jede schlechte Öffnung bekommt man jedoch Bonuspunkte, die man irgendwann in eine zufällige goldene Form umtauschen kann. Dafür braucht man mindestens 1.000 Öffnungen, im schlimmsten Fall mehr, weil man für die Öffnung von blauen Formen nur einen statt 5 Punkte bekommt und für die Öffnung von lilalen sogar gar keine Punkte.
Eine Öffnung kostet regulär um die 1,50 Euro, mit manchen Bundles kommt man günstiger weg. Trotzdem müsst ihr für die perfekte Blutgestalt viel Geld investieren. Obendrauf gibt es im Shop noch das schon angesprochene Reittier-Gacha, das ziemlich ähnlich abläuft, Bundles mit starken Waffen, kaufbare Login-Rewards, einen Umtausch von Echtgeld in Ingame-Währung und einen Battlepass.
Fazit
Am Ende ist Vampir Free2Play und jeder kann natürlich gerne Zeit in den Titel investieren. Wobei das wirklich schwer ist, denn das Spiel versucht ständig, sich selbst zu spielen, auch wenn man das gar nicht möchte. Und da die meisten Feinde ohnehin durch Auto-Attacks sterben, ist der Anreiz, selbst Hand an die Tastatur zu legen ohnehin gering.
Am Ende hat mir der Titel nur mehr Lust auf ein richtig gutes Vampir-MMORPG gemacht. Vielleicht bekommen wir das ja eines Tages.
