In den 2010er-Jahren brach ein regelrechter Boom von MMORPGs auf Kickstarter aus. Viele bekannte Entwickler wie Richard Garriott, Gordon Walton oder Marc Jacobs, wollten ihre eigenen Traumspiele bauen und setzten dabei auf die Unterstützung ihrer Fans. Das zahlte sich finanziell aus. So knackten einige Spiele sogar die Marke von einer Million Dollar. Wir schauen uns die 7 MMORPGs genauer an, die das meiste Geld aus der Community bekommen haben.
Update 24. August 2026: Wir haben die Liste mit AdventureQuest Worlds ergänzt, sowie neue Videos eingeführt und einzelne Absätze aktualisiert.
City of Titans – 679.000 Dollar
Auf Platz 7 landet City of Titans. Hier wollten ein paar Fans von City of Heroes keinen Privatserver eröffnen, sondern ein eigenes Superhelden-MMO auf die Beine stellen. Wie das große Vorbild sollten sich die hauptsächlichen Ereignisse in einer großen Stadt abspielen und die Helden sollten sich ihre Fähigkeiten selbst zusammenstellen können, um möglichst viel Freiheit zu bieten.
Ihr ursprüngliches Ziel war es, 320.000 Dollar einzunehmen. Damit wollten sie die Kosten für die Unreal Engine, Steuern, die Kickstarter-Gebühr abdecken und gleichzeitig den 24 freiwilligen Mitarbeitern Lizenzen für verschiedene Programme stellen. An das Geldverdienen hat damals keiner gedacht.
Am Ende gab es über 5.000 Unterstützer, die insgesamt 679.000 Dollar in das Projekt investierten. Das war im Oktober 2013.
Heute befindet sich der Titel noch immer in einer Alpha-Phase. Es ist durchaus schon Gameplay zu sehen, doch noch lange kein fertiges Spiel. Im März 2025 gaben sie bekannt, die Unreal Engine von 5.2 auf 5.5 aktualisieren zu wollen. Damit soll die Grafik hübscher werden.
Sie wollen generell noch die Performance verbessern und mehr Inhalte bringen. Wann und ob der Titel aber jemals erscheint, ist ungewiss.
Stars Reach – 792.300 Dollar
Ein noch recht junges MMORPG, das erst 2025 auf Kickstarter unterwegs war, belegt auch gleich Platz 6 im Ranking. Wir sprechen über Stars Reach. Das ist ein SciFi-MMORPG, in dem ihr viele Planeten entdecken und betreten könnt, was sowohl inhaltlich als auch optisch an No Mans Sky erinnert. Ein wichtiger Aspekt ist das Terraforming, also das Verändern der Planeten. Die sollen darauf sehr natürlich reagieren. Gibt es etwa kein Fressen mehr, dann fliehen die Tiere. Flüsse sollen reißende Ströme sein, die euch mitziehen, und Waldbrände sind eine echte Gefahr.
Im Kern wird es ein Sandbox-Spiel, das sowohl Hardcore- als auch Casual-Spieler ansprechen möchte. Ein Release ist in der Cloud geplant, sodass es auf allen Plattformen gespielt werden kann, egal ob PC, Konsole oder Smartphone.
Der Kopf hinter dem Titel ist Raph Koster, der bereits als Lead Designer an Star Wars Galaxies gearbeitet hat. Er zeigte bereits im Vorfeld Pre-Alpha-Gameplay und betonte, dass sie nur auf Crowdfunding setzen, um die finale Version fertigzustellen. Die ganze Vorarbeit sollte schon gemacht sein.
Auf Kickstarter startete die Kampagne im Februar 2025 und das Ziel waren lediglich 200.000 Dollar. Die wurden sogar innerhalb der ersten 54 Minuten erreicht. Insgesamt konnte das Spiel ein Funding von 792.300 Dollar erringen.
Im August 2026 ist es in den Early Access auf Steam gestartet und hier bekommt ihr einen ersten Eindruck von dem Spiel.
Chronicles of Elyria – 1,36 Millionen Dollar (knapp 8 Millionen insgesamt)
Den fünften Platz bekommt ein Spiel, das so viele negative Schlagzeilen gemacht hat, wie kein anderes: Chronicles of Elyria. Einst mit einer sehr spannenden Idee gestartet, gilt es heute einfach als großer Scam.
Das MMORPG wollte eine möglichst realistische Spielwelt kreieren. Dort sollten die Spieler eigene Häuser besitzen, um riesige Burgen kämpfen und vor allem altern. Man sollte sich deshalb aktiv um einen Erben bemühen, der dann einige Attribute und Erfolge von seinem Vater bekommt. Mit diesem spielt ihr weiter, bis ihr wieder das hohe Alter erreicht. Zudem sollten eure Charaktere auch in der Spielwelt herumlaufen, wenn ihr offline seid, und es sollte keine sich wiederholenden Quests geben.
Mit diesem Konzept startete das Spiel 2016 seine Kampagne auf Kickstarter und nahm sagenhafte 1,36 Millionen Dollar ein. Doch das genügte dem Chef Jeromy Walsh nicht. Er verkaufte im Anschluss weitere Gründerpakete, virtuelle Items und sogar einen Adventskalender für 95 Dollar, aus dem ihr zufällige Items für ein Spiel ziehen konntet, das bis dato gar nicht existierte. Insgesamt sollen so fast 8 Millionen Dollar zusammengekommen sein.
2020 dann der Schock. Das Spiel ist noch immer absolut unfertig, sieht schlechter aus als in den gezeigten Trailern von 2016, und das Geld war weg. Denn Walsh verkündete, dass er alle Mitarbeiter entlassen musste.
Als die Fans dann ihr Geld zurückverlangten, teilte er mit, dass er Chronicles of Elyria alleine fertigstellen wolle, weil es ja kein Scam gewesen sei. Er wollte wohl einen Prototypen mit dem Geld entwickeln und dann große Investoren an Land ziehen. Das hat nicht funktioniert.
Auch 6 Jahre nach diesem Desaster behauptet der Chef weiter, dass das MMORPG noch erscheinen werde.
Shroud of the Avatar – 1,9 Millionen Dollar
Shroud of the Avatar sollte ein sandbox-orientiertes MMORPG von Richard Garriott werden. Er bezeichnete es sogar als ein besseres Ultima Online und baute mit den Spielern riesige Luftschlösser. Tiefgehende und dynamische Story-Lines, eine interaktive Welt, ein optionaler Singleplayer, aber auch riesige Multiplayer-Inhalte dank Unity-Engine und Housing in der offenen Welt – vieles sollte hier möglich sein.
Die Community unterstützte die Ideen mit mehr als 1,9 Millionen Dollar auf Kickstarter und später kamen nochmal etliche Millionen über Gründerpakete dazu. Allerdings blieb das Spiel optisch und inhaltlich deutlich hinter den Erwartungen zurück, als es dann erschien.
Heute ist Shroud of the Avatar ein absoluter Nischen-Titel. Es gibt eine kleine Community, die daran hängt und es noch spielt. Ein kleines Team von Entwicklern kümmert sich um Updates, aber viel Aufmerksamkeit bekommt es nicht und neue Spieler verirren sich wohl auch eher nicht in diesen Titel.
AdventureQuest Worlds: Infinity – 2,1 Millionen Dollar
Der neuste Titel auf Kickstarter belegt auch direkt den dritten Platz und das ist AdventureQuest Worlds: Infinity. Ganz fair ist der Vergleich aber nicht, denn hier wurde kein neues MMORPG gebaut, sondern der alte 2D-Titel, der seit rund 18 Jahren im Browser gespielt werden kann, sollte modernisiert werden. Deshalb entschied sich das Studio dazu, über Kickstarter Geld zu sammeln, um damit eine Remastered-Version für PC und Smartphone zu bauen.
Man wollte unter anderem die über 60.000 Waffen, Rüstungen und Pets, die mehr als 10.000 Quests und all die anderen Dinge, die das Spiel bietet, in die neue Version übertragen. Und das soll nicht mit KI geschehen, sondern vernünftig von Hand umgesetzt werden. Zudem waren volles Crossplay, ein Steam-Release und eine Controller-Steuerung geplant.
300.000 Dollar konnte man in der ersten Stunde sammeln, über 700.000 am ersten Tag und am Ende der Kampagne waren es eben 2,1 Millionen Dollar von insgesamt 26.299 Unterstützern.
Heute befindet sich der Titel in den ersten Alpha-Tests, die für Backer bereits freigegeben wurden.
Camelot Unchained – 2,2 Millionen Dollar
Ich baue einen Nachfolger zu Dark Age of Camelot und er wird noch viel besser als der Vorgänger. Mit dieser Nachricht wandte sich Marc Jacobs, der ehemalige Chef von DAOC, an seine Fans. Die sprangen begeistert auf den Hype-Train und gaben dem Spiel Camelot Unchained 2013 satte 2,2 Millionen Dollar an Unterstützung.
Relativ schnell wurde eine Alpha veröffentlicht, an der erste Spieler teilnehmen und Feedback geben konnten. Das war zwar alles noch sehr roh und unfertig, aber das störte anfangs noch niemanden. Doch der Fortschritt fiel immer kleiner aus. 2018 wurde dann eine Beta 1 gestartet und es war für eine lange Zeit der letzte Moment, an dem man noch Gameplay vom Spiel gesehen hat.
Bis Anfang 2025 passierte nämlich, abgesehen von ein paar kleinen Blogposts, gar nichts – zumindest nicht bei Camelot Unchained. Das Studio jedoch entwickelte in der Zwischenzeit einen PvE-Titel mit dem Namen „Ragnarök: The Final Stand“. Damit wollte man wohl Investoren auf sich aufmerksam machen und die hauseigene Unchained-Engine verkaufen. Die Fans fanden das jedoch alles andere als gut.
Anfang 2025 gab es dann Entlassungen. Laut einem Insider mussten 24 von 55 Mitarbeitern gehen. Im April wandte sich Marc Jacobs dann an die Öffentlichkeit und zeigte brandneues Gameplay. Er gab selbst zu, dass sie sich in der Größe des Spiels und der Features nun etwas limitieren müssen, aber die neue Version trotzdem viel Spaß machen soll. Die Animationen, die Grafik und viele andere Dinge, konnten die Fans aber nicht wirklich begeistern.
2026 ist der Titel dann tatsächlich in den Early Access gestartet. Dort ist er zwar ziemlich unfertig und hat relativ wenige Spieler auf Steam, aber hat zuletzt auch Fortschritte gemacht, etwa die ersten Quests implementiert.
Ashes of Creation – 3,27 Millionen Dollar
Auf Platz 1 der Liste landet das Spiel, das wohl auch die besten Chancen von den hier genannten auf einen Erfolg gehabt hatte: Ashes of Creation. Steven Sharif, Multimillionär und großer Fan von ArcheAge, wollte sich den Traum vom eigenen MMORPG verwirklichen und investierte dafür selbst rund 10 Millionen aus seinem Vermögen. Über Kickstarter kamen dann noch einmal 3,27 Millionen Dollar dazu.
Sein Spiel versprach, eine riesige Sandbox zu werden, die sich vor allem um die Nodes dreht. Das waren verschiedene Zonen in der Welt, die kontrolliert und gelevelt, sowie schlussendlich auch erobert werden konnten. Es sollte acht verschiedene Klassen geben, die jeweils noch eine Zweitklasse annehmen konnten, um sich weiter zu spezialisieren. Housing, Bosse in der offenen Welt und PvP waren wichtige Kernelemente. Nebenbei gab es aber auch die Schifffahrt, eine spielergetriebene Wirtschaft und politische Elemente, wenn es um die Kontrolle einer Node ging.
Nach einem kurzen Intermezzo in der Alpha 2 erschien Ashes dann im Dezember 2025 auf Steam. Im Januar 2026 wurde es bereits wieder dichtgemacht, aufgrund eines Rechtsstreits zwischen Sharif und den Investoren, die es eigentlich gar nicht geben sollte. Schaut euch für die ganze Geschichte am besten unser Video dazu an:
Das war die Liste der MMORPGs mit den meisten Einnahmen auf Kickstarter. Hat euch der ein oder andere Titel überrascht? Oder habt ihr einen vermisst, den ihr weiter vorne erwartet hättet? Schreibt es gerne in die Kommentare!

1 Kommentar
Und die Moral von der Geschicht‘: Investiere nicht auf Kickstarter, es lohnt sich nicht.