Roco Kingdom ist ein neuer Kreaturensammler aus China, der auf eine komplett offene Welt und viele Multiplayer-Elemente setzt. Im Rahmen der Gamescom konnte ich den Titel ausprobieren und auch wenn vieles nach den Standardinhalten klingt, gab es ein paar Kleinigkeiten, die mich positiv überrascht haben.
Das Wichtigste in Kürze: In Roco Kingdom spielt ihr einen Charakter, der Magie besitzt und eine bunte Welt erkundet. Dort leben zum Start über 400 Kreaturen, Jinis genannt. Diese könnt ihr fangen, trainieren und in Kämpfen antreten lassen. Euch erwarten eine übergreifende Story, Quests und verschiedene Bosskämpfe in der offenen Welt, die ihr euch mit etlichen anderen Spielern teilt. Gemeinsame Abenteuer sind ebenso möglich wie PvP-Kämpfe.
Wann erscheint Roco Kingdom? Der Release bei uns ist für Anfang 2027 geplant. Entwickelt wird es von Morefun Studios, das 2010 gegründet wurde und zu Tencent gehört.
Für welche Plattformen kommt es? Roco Kingdom erscheint für PC, Xbox, Playstation und Mobile. Alle teilen sich eine gemeinsame Welt, es gibt also Crossplay.
Gibt es vorher noch eine Beta? Ja, die startet bereits am 27. Oktober auf Steam und alle sollen teilnehmen können.
Wer spricht hier? Ich bin Alex, ich habe in meiner Kindheit viel Pokémon gespielt, war aber die letzten 15 Jahre fast ausschließlich in MMORPGs unterwegs. Seitdem warte ich auf ein passendes Pokémon-MMO und habe etliche Titel wie TemTem oder zuletzt Lugh World ausprobiert. Im Rahmen der Gamescom 2026 habe ich rund eine Stunde mit dem Spiel verbracht und hatte zwei Entwickler an meiner Seite, die mir Rede und Antwort gestanden haben.
Über 400 Kreaturen und ein zufälliges Shiny-System
Was genau bietet Roco Kingdom? Im Spiel könnt ihr euch einen Charakter erstellen und erlebt mit diesem zuerst ein Tutorial. Dort lernt ihr die wichtigsten Basics des Spiels, ehe ihr in die offene Welt gebracht werdet. Diese teilt sich in verschiedenste Biome, die ihr theoretisch sofort erkunden könnt. Praktisch ist das aber eine doofe Idee, denn die Jinis haben unterschiedliche Level und viele davon sind zu Beginn zu stark für euch.
Ihr erkundet also die Anfangsgebiete und fangt eure ersten Begleiter. Dazu kommt ein System von verschiedenen Bällen zum Einsatz. Die Standardbälle könnt ihr bei Händlern kaufen, allerdings gibt es auch etliche Spezialarten, die sich auf den jeweiligen Jini-Typ fokussieren. Wie bei Pokémon gibt es unterschiedliche Typen mit Stärken und Schwächen gegeneinander. Diese Bälle stellt ihr über ein Crafting-System her. Die Materialien könnt ihr in der Welt sammeln, über Quests erhalten oder teilweise von Händlern kaufen.
Ein absolutes Highlight ist aber der Prismatic-Ball. Der sorgt beim Fangen dafür, dass die Kreatur einen bestimmten Körperteil neu eingefärbt bekommt. Quasi ein Shiny-System, aber mit Zufallseffekt, weil ihr eben nicht wisst, was sich genau ändert und welche Farbe es bekommt. Mein Wasser-Jini etwa hatte plötzlich einen rosafarbenen statt blauen Rückenpanzer. Genau das soll auch eine der Langzeitmotivationen sein. Nicht nur alle Jinis fangen, sondern diese auch noch mit den richtigen Stats und den richtigen Farben bekommen.
Die Jinis begleiten euch entweder im Ball oder aber direkt Hand-in-Hand an eurer Seite, wenn ihr sie ruft. Größere Kreaturen sind sogar in der Lage, als Reittier zu dienen, und auf dem Eber, auf dessen Hauer ich Platz nehmen durfte, hätte auch noch ein zweiter Spieler mitreisen dürfen.

Kämpfe mit zusätzlichen strategischen Elementen
Um ein Jini zu fangen, habt ihr verschiedene Optionen. Ihr als Roco könnt selbst einen Zauberstab nutzen, um Feinde in der offenen Welt zu stunnen. Schon dann könnt ihr theoretisch einen Ball werfen. Ihr könnt aber auch mit eurem Jini angreifen. Das Kampfsystem ist rundenbasiert und neben den Typen gibt es auch drei Arten von Spielmöglichkeiten:
- Angriff
- Verteidigen
- Regenerieren
Jeder Angriff kostet Energie und wenn euer Jini keine mehr hat, müsst ihr einen Regenerationszug nutzen. Da passiert eigentlich nichts. Doch es gibt auch Angriffe, die zusätzlichen Schaden verursachen, wenn ihr gerade regeneriert. Genau gibt es Angriffe, die zusätzlichen Schaden verursachen, wenn ihr den Zug verteidigt, während Verteidigen euch auch Energie regenerieren kann, wenn der Gegner in seinem Zug etwas Bestimmtes tut.

Auf das Kampfsystem kommt also nochmal ein kleines Schere-Stein-Papier-Prinzip obendrauf. Gerade im PvP ist es wichtig, dass ihr neben eurer eigenen Aktion auch noch die des Gegners vorhersagt. Das fand ich beim Anspielen super spannend.
Alle Jinis immer mit dabei: In einem Kampf könnt ihr zwar immer nur sechs Jinis mitnehmen, doch grundsätzlich habt ihr von überall Zugriff auf ALLE eure Jinis. Ihr müsst nicht zu einer Box laufen und die Box ist auch nicht irgendwann voll. Wenn also ein Kampf nicht geklappt hat, könnt ihr euer Team direkt austauschen und es nochmal versuchen. Auch alle Fertigkeiten der Kreaturen lassen sich jederzeit on the fly tauschen.
Außerhalb eines Kampfes regenerieren eure Kreaturen auch sofort. Sollte aber ein Jini im Kampf sterben oder ihr flüchtet aus einem Kampf, wird euch ein Lebenspunkt abgezogen. Fallen eure Lebenspunkte auf null, werdet ihr ohnmächtig und erwacht an einem der Altäre in der Spielwelt wieder.
Kein komplettes MMORPG, aber ein vollwertiger Multiplayer-Titel
Welche Multiplayer-Inhalte gibt es? Ganz grundsätzlich teilt ihr euch die offene Welt mit anderen Spielern. Ihr könnt gemeinsam Quests erledigen, Jinis oder Bosse bekämpfen oder eben im PvP gegeneinander antreten. Die Kampf-EP werden sich geteilt und auch den Loot können beide verwenden.

Eine Freundesliste ist vorhanden, allerdings keine Gildenfunktion. Roco Kingdom soll nämlich keine Organisation von euch verlangen. Die Entwickler erklärten mir, dass es eher wie in der Kindheit sein soll: Man trifft draußen zufällig Leute, manchmal verabredet man sich auch fest mit Freunden, aber es wird einfach nicht zu viel vorab geplant.
Was nur bedingt im Multiplayer funktioniert, das ist der Story-Fortschritt. Ihr könnt zwar euren Freunden bei diesen Inhalten helfen, aber selbst wenn ihr den gleichen Inhalt erlebt, bekommt nur der Anführer die entsprechenden Belohnungen. Aktuell arbeitet das Team daran, dass bei gleicher Quest alle die Belohnung bekommen. Ob das aber bis zum Release fertig wird, könne man nicht versprechen.
Eine Gruppe kann dabei aus bis zu vier Spielern bestehen.
Für alle Inhalte im Spiel braucht ihr nur reiche Freunde
Wie sieht die Monetarisierung aus? Roco Kingdom wird Free2Play und setzt auf einen Shop. Dort bekommt ihr Kostüme, aber auch die Prismatic-Bälle. Letztere könnt ihr euch auch im Spiel herstellen, der Shop ist hier also nur eine Abkürzung. Spielerische Vorteile gibt es hier aber nicht.

Etwas anders sieht das beim Battle Pass aus. Das ist der zweite und auch letzte Teil der Monetarisierung. Pro Pass soll es einen besonderen Jini geben, der exklusiv daran gebunden ist. Die Käufer bekommen sowohl die Kreatur, als auch eine Art Ei. Und dieses Ei können sie bei sich in Brutkästen packen. Freunde, die spezifisch die Rechte dafür bekommen, dürfen sich an euren Brutkästen bedienen und bekommen so ebenfalls Zugriff auf die Jinis.
Theoretisch müsst ihr also nie selbst einen Battle Pass kaufen, ihr braucht nur reiche Freunde. Wichtig war den Entwicklern zudem, dass die Jinis aus den Pässen nicht übermäßig stark sind. Die Werte sind standardisiert und am Ende spielen die verschiedenen Typen, Angriffe und die Strategie im Zusammenspiel von Angriff, Verteidigung und Ausruhen eine viel wichtigere Rolle.
Endlich das Pokémon-MMO, auf das ich immer gewartet habe?
Fazit: Mit über 400 Jinis zum Start gibt es viel zu tun, und es soll „ein paar Wochen“ dauern, um sich auf das Max-Level zu bringen und alle verschiedenen Kreaturen zu fangen. Da ist noch nicht das spezielle Farbsystem mit eingerechnet. Das Kampfsystem hat mir Spaß gemacht, vor allem das zusätzliche Ausruh-System stellt einen vor Herausforderungen. Denn das passiert nicht alle Jubeljahre mal, sondern meist alle zwei oder drei Angriffe.
Grafisch hat es mich persönlich nicht so angesprochen und auch das Design der Kreaturen hat noch etwas Luft nach oben. Da waren andere Kreaturensammler einfach kreativer. Dafür war die Spielwelt, die mir gezeigt wurde, wirklich riesig. Die Multiplayer-Inhalte klingen solide, ich habe im Menü ein Homestead-System entdeckt und die Monetarisierung klingt fair, sofern die Jinis aus dem Battle Pass wirklich keine zusätzliche Stärke haben. Dann wäre es zumindest ein Nachteil im PvP.
Da mich schon einige Pokémon-MMOs enttäuscht haben, bin ich mit wenig Erwartung in den Termin gegangen und wurde positiv überrascht. Wir werden uns das Spiel dann zur Beta Ende Oktober nochmal genauer anschauen und ein Fazit nach mehreren Spielstunden ziehen.
Was sagt ihr zu Roco Kingdom? Klingt das nach einem Titel, der für euch interessant wäre? Weitere interessante MMOs und MMORPGs in Entwicklung findet ihr in unserer Übersicht.
