Auf der Gamescom haben wir mit den Entwicklern von EverQuest Legends über den Release und die Zukunft des Spiels gesprochen. Die sind extrem zufrieden, denn sowohl die Spielerzahlen als auch das Feedback der Community überzeugen. Für die nahe Zukunft plant man einige Updates, allerdings soll es 2027 dann ruhiger werden.
Was ist EverQuest Legends? Im Kern ist das Spiel an das alte EverQuest 1 aus 1999 angelehnt. Man möchte den Charme von früher zurückbringen, allerdings mit einigen Twists. Dazu gehören eine höhere Solospielerfreundlichkeit, mehr Komfort-Features oder die Möglichkeit, drei Klassen frei miteinander zu kombinieren. In jeder friedlichen Stadt könnt ihr diese einfach austauschen.
Am 29. Juli feierte der Titel seinen Release und wer möchte, kann sich eine Spielversion für 20 Dollar kaufen, in der automatisch ein Abo für den ersten Monat enthalten ist.
In unserem Interview ging es um den Launch und die generelle Zukunft des Spiels. Und die sieht richtig gut aus, gerade für die kommenden vier Monate. Doch wie geht es danach weiter?
Eine Roadmap mit einer kleinen und einer großen Erweiterung
Was passiert in den kommenden Wochen? Das erste große Highlight steht bereits kurz bevor, denn noch im „Sommer“ soll das Gebiet Rujarkian Hills kommen. Dabei handelt es sich um eine alte Ork-Festung, die in der Lore schon erwähnt wurde, jedoch bisher nie betretbar war. Das ist also brandneuer Content, der explizit für Legends entwickelt wurde.
In unserer Session konnten wir dabei zuschauen, wie der Entwickler durch das Gebiet gelaufen ist, das von braunen Farben und einer Kampfgrube dominiert wird. Wobei die Zone in dem Build noch nicht komplett fertiggestellt war.
Wie geht es im Anschluss weiter? Für den Herbst ist dann die Mini-Expansion Nektropos Castle geplant. Dort erwarten uns direkt zwei brandneue Gebiete, einmal um die Festung herum und einmal die Burg selbst. Die wird von Elfen bewohnt, doch innen soll es nicht mit rechten Dingen zugehen. Als Spieler muss man sich erst das Vertrauen vom Prinzen erarbeiten, ehe man dann die Burg erkunden kann.
Spannend ist, dass mit dieser Erweiterung auch ein neues Volk veröffentlicht wird, die Half-Darkelves. In EverQuest gab es bereits Halbelfen und Dunkelelfen, demnach war das der nächste logische Schritt für die Entwickler. Diese leben loretechnisch in Schächten unterhalb der Burg und werden wohl von den Besitzern eher geheim gehalten.
Reincarnation für langfristige Motivation und mehr Liebe zum Midgame
Was wird das große Highlight dieses Jahr? Für EverQuest Legends möchte man im Winter ein Reinkarnationssystem veröffentlichen. Im Kern geht es darum, dass ihr euren Charakter wieder auf Level 1 zurücksetzt.
Dann startet ihr wieder von vorn, levelt nochmal durch die Spielwelt und erreicht irgendwann wieder das Max-Level. Wahlweise spielt ihr von da an weiter oder ihr startet erneut von vorn. Dieses neue System soll gleich drei Dinge bezwecken:
- Zum einen rutscht der Fokus mehr auf das Early- und Midgame. Die Leute rushen oft zum Endgame und verpassen dabei viele Dinge. Zudem gibt es unterschiedliche Gebiete und Wege, wie man das Max-Level erreichen kann. Mit jeder Reinkarnation kann man also einen anderen Aspekt erkunden.
- Zum anderen winken passive Effekte und neue Belohnungen für jeden Durchgang, den ihr startet.
- Zu guter Letzt können Veteranen so noch viel mehr Zeit in das Spiel investieren.
Wie wird das Jahr abgerundet? Während mit Rujarkian Hills und Nektropos Castle zwei brandneue Inhalte kommen, wird es im Winter die klassische Kunark-Erweiterung geben. Die wurde auch schon für den ersten Teil veröffentlicht. Man mischt also neue und alte Inhalte miteinander.
Kann die Content-Produktion auf Dauer so weitergehen?
Werden wir in Zukunft weiter so viel Content bekommen? Das ist eine schwierige Frage. Im Gespräch mit uns gaben sie zu, dass für den Release und die neuen Inhalte jetzt hart gearbeitet wurde. Das Team ist eher klein und konnte zwar auf viele Vorlagen aus dem ursprünglichen EverQuest zurückgreifen, doch diese vielen Inhalte hätten auch Tribut gefordert. Um Burnout zu verhindern,, wird es 2027 wahrscheinlich etwas ruhiger weitergehen.
Dafür feierte man aber auch große Erfolge. Aktuell sollen mehr Leute EverQuest Legends als das ursprüngliche MMORPG selbst spielen. Dabei überschneidet sich die Zielgruppe nur bedingt. Vom ersten Teil soll nur eine kleine Gruppe zu Legends gewandert sein. Die meisten Spieler sind Rückkehrer, die mit dem MMORPG irgendwann aufgehört haben. Von denen habe man auch das beste Feedback bekommen.
Die zweitgrößte Gruppe sind komplett neue Spieler, die EverQuest trotz all der Macken und der alten Grafik nun ausprobiert haben. Erst dahinter kommen dann die Veteranen.
Falls ihr also auf der Suche nach einem Old School-Titel seid, der sich jedoch eher an Solo-Spieler richtet, könnte EverQuest Legends für euch interessant sein. Denn selbst die Raids lassen sich alleine oder optional mit anderen erledigen. Falls ihr hingegen eher auf der Suche nach moderneren Spielen seid, dann schaut doch in unsere Übersicht mit allen MMORPGs in Entwicklung.

