Auf der Gamescom 2026 lag mein Fokus natürlich auf MMOs, aber einen Singleplayer-Titel konnte ich mir nicht entgehen lassen. Dabei handelt es sich um Crimson Moon, ein Soulslike-Spiel mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Denn während ich in Dark Souls immer wieder verzweifle, bekomme ich hier einen Titel vorgesetzt, der das Kampfsystem und den Aufbau dieses Genres nutzt, dabei aber nicht frustrieren soll. Ob das geklappt hat?
Was ist Crimson Moon? In diesem Spiel schlüpft ihr in die Rolle eines Mensch-Engel-Hybriden, der geschaffen wurde, um die Welt vor Dämonen zu beschützen. Als Nahkämpfer verprügelt ihr einfache Gegner, aber auch komplexere Bosse, und das in verschiedenen Missionen. Eine Mission hat dabei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und kann in 15 bis 45 Minuten abgeschlossen werden. Die Entwickler versprechen so viel Spaß, egal ob ihr nur eine kurze Session oder einen mehrstündigen Marathon einlegen möchtet.
Das Gothic High Renaissance Action-Adventure-RPG, wie es sich selbst bezeichnet, kann komplett alleine oder im Koop zu zweit gespielt werden. Es existiert Crossplay zwischen PC, Xbox und PS5, sodass auch Freunde auf unterschiedlichen Plattformen gemeinsam losziehen können.
Wann erscheint Crimson Moon? Bereits am Dienstag, den 1. September.
Wie teuer ist Crimson Moon? Das Spiel bekommt ihr für 19,99 Euro. Für 29,99 Euro erhaltet ihr die Deluxe Edition mit einer Waffe, einem Armor-Set und dem ersten DLC, der Anfang 2027 erscheinen soll.
Ein Soulslike für Anfänger, das aber bockschwer im Endgame ist
Was macht Crimson Moon so interessant? Ganz grundsätzlich möchte Crimson Moon ein Soulslike-Titel sein, mit actionreichem Kampfsystem und ohne viel Trara drumherum. Alles geht schnell, die Kämpfe sind spaßig und es gibt kaum Wartezeiten zwischen der Action. Selbst auf den einfachen Schwierigkeitsgraden fügen die Feinde euch schmerzhaften Schaden zu, allerdings habt ihr mehrere Leben und findet häufiger Tränke, um euch zu heilen. So stellt man sicher, dass auch Anfänger wie ich ihren Spaß haben.
Trotzdem sollen die hohen Schwierigkeitsgrade so knackig sein, dass auch erfahrene Fans des Genres auf ihre Kosten kommen. Das verriet mir Mark Yeend, der Executive Director von ProbablyMonsters, in einem Interview. Er bezeichnete die höchste Stufe sogar als brutal, weil einem nicht nur die Möglichkeit für Wiederbelebungen genommen wird, sondern auch die Zeit, die man zum Parieren hat, drastisch reduziert wird. Nicht nur an Schaden oder Lebenspunkten wird geschraubt, sondern auch an den Mechaniken.
Als Belohnung für die Herausforderung winken stärkere Ausrüstung und einzigartige Erfolge.

Klappt das mit der Anfängerfreundlichkeit? Ja, während ich in Dark Souls und Elden Ring schon früh ausgestiegen bin, kam ich hier problemlos durch das erste Level. Problemlos heißt, dass ich nur zweimal gestorben bin. Ich habe Feinde angesprungen, bin dynamisch schweren Angriffen ausgewichen und durfte sogar zwei Bosse bekämpfen. Besonders die Engels-Form, die mich für kurze Zeit übermächtig werden lässt, fühlte sich richtig gut an.
Jetzt kann ich nach 30 Minuten Spielzeit natürlich nicht einschätzen, ob das auch dauerhaft so bleibt, allerdings erklärte mir Yeend genau, wie mich das Spiel motivieren soll, länger am Ball zu bleiben:
- Jede Mission (auch Ward genannt) im Spiel ist wiederholbar, wobei sich der Aufbau etwas ändert. Es gibt immer einen Weg A oder B, der zufällig ausgewählt wird, und auch die Gegner und der Loot variieren.
- Theoretisch kann man direkt in höheren Schwierigkeitsgraden anfangen oder aber man spielt erst einmal den gesamten Titel auf „Leicht“ durch. Dabei lernt man nicht nur, besser mit seinem Charakter umzugehen, sondern sammelt auch Ausrüstung, um so stärker zu werden.
- Danach kann man dann einen der höheren Schwierigkeitsgrade ausprobieren, ohne eben direkt von diesem überfordert zu werden.
Wie steht es um das Thema Builds? In Crimson Moon gibt es keine festen Klassen. Stattdessen wird euer Build von verschiedenen Dingen beeinflusst. Dazu zählen eure Waffen, eure Ausrüstung, der ausgewählte Engel und seine besondere Fähigkeit sowie die Buffs, die ihr in einer Spielrunde sammelt.
Wichtig dabei ist, dass ihr zwar in einer Runde neue Ausrüstung sammelt. Solltet ihr diese aber nicht erfolgreich abschließen, weil ihr zu oft sterbt, dann behaltet ihr sie nicht. Nur bei einem erfolgreichen Bosskill werden die Gegenstände dann „gereinigt“. Da kommt ein kleines Extraction-Element ins Spiel.
Wie ist der generelle Ablauf? In jedem Ward, also der Mission, gibt es zuerst drei Gebiete, die ihr meistern müsst. Nach jedem Gebiet geht ihr durch ein Nexus-Gate und nach dem dritten erwartet euch dann ein Boss. Habt ihr diesen bezwungen, gilt der Ward als abgeschlossen und ihr behaltet euren Loot. Ein Boss belohnt euch mit einem besonderen Kristall und habt ihr genug davon gefunden, könnt ihr dann den Endboss des Spiels herausfordern.
Wer es alle nicht schafft, kann von einem Freund gecarried werden
Wie genau funktioniert das mit dem Koop? Alle Inhalte von Crimson Moon lassen sich alleine, aber auch zu zweit erledigen. Ihr habt dabei zwar getrennte Lebenspunkte, aber einen gemeinsamen Wiederbelebungspool. Ihr dürft also weiterhin nicht häufiger sterben als im Singleplayer.
Als besonderen Kniff haben sich die Entwickler Synergien zwischen den Rüstungssets überlegt. Das bedeutet, dass bestimmte Items gut im Koop miteinander harmonieren. Yeend sprach etwa von einem Bonus-Effekt, wenn man gleichzeitig einen Boss attackiert. Zudem kann man die Ausrüstung frei miteinander tauschen, indem man sie in einem Run einfach fallenlässt.
Yeend betonte im Interview auch, dass man ganz unterschiedlich an einen Ward herangehen kann. Erfahrene Spieler etwa können sich aufteilen und die Herausforderung so schneller meistern, während Anfänger zusammenbleiben und so jeden Gegner gemeinsam bewältigen.
Kann ein Spieler alle Aufgaben alleine erledigen? Fans von guten Gruppenarbeiten kennen das: Eine Person macht die meiste Arbeit und die anderen stauben ab. Und genau das geht auch in Crimson Moon. Das soll zwar weniger Spaß machen, ist theoretisch aber kein Problem.
Das Team hinter dem Spiel kennt sich schon ewig
Was ist besonders an den Entwicklern? Die haben eine ganz süße Hintergrundgeschichte. Denn bei ihnen handelt es sich um alte Freunde, die in ihrer Teenagerzeit zusammen DnD und andere RPGs gespielt haben. Beruflich ging es für alle im Anschluss in verschiedene Richtungen, wobei alle dem Gaming treu blieben.
Über mehr als 10 Jahre hielten sie Kontakt und überlegten sich ein Spiel, das sie gerne gemeinsam umsetzen wollten. Und so stellten sie dann das Konzept für Crimson Moon der Firma ProbablyMonsters vor. Die war begeistert, nicht nur wegen der grundsätzlichen Idee, sondern auch weil das Team so dafür gebrannt hat.

Diese Gruppe hat sich auch für einen besonderen Soundtrack entschieden. Man merkt hier einige Heavy-Metal-Einflüsse, die eben daher rühren, dass sie früher gemeinsam beim DnD-Spielen diese Musik gehört haben.
Ein spaßiges Spiel für 20 Euro
Und das war dann meine erste Erfahrung mit Crimson Moon. Mir hat es überraschend viel Spaß gemacht, obwohl ich normalerweise nicht so der Fan von Soulslikes bin. Wer aber das Kampfsystem und das düstere Setting mag und gleichzeitig kein Problem mit dem Missionssystem hat, der wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Und für 20 Euro kann man ohnehin wenig falsch machen.
Trotzdem war Crimson Moon nicht mein absolutes Highlight der Gamescom. Da haben wir zum einen Honor of Kings: ACE, das ich vorher gar nicht kannte, und natürlich noch Guild Wars 3. Darüber sprechen wir aber erst später in einem Artikel.
Was sagt ihr zu Crimson Moon? Könnte das Spiel für euch interessant sein?

