Am Donnerstag war ich bei Tencent zu Gast, um mir neue Titel aus dem Universum von Honor of Kings anzuschauen. Eigentlich lag mein Fokus dabei auf dem neuen Worlds, das eine Art MMO-Lite wird. Doch den viel größeren Spaß hatte ich dann mit ACE. Denn was viele wahrscheinlich nicht wissen: Teamfight Tactics ist eine meiner größten Leidenschaften.
Was ist Honor of Kings: ACE? Im Grunde erinnert das Spiel an TFT, Autochess oder Hearthstone Battlegrounds. Es ist also ein Auto-Battler, bei dem ihr Spielfiguren auf ein Feld stellt und dann in einem Duell gegen andere Spieler antretet. Ihr wertet mit der Zeit eure Figuren und euren eigenen Helden auf und versucht, in mehreren Runden gegen eure Feinde zu bestehen. Soweit, so unspektakulär.
Aber das Team hinter ACE hat sich einige Besonderheiten einfallen lassen. So kämpft etwa der eigene Held mit, statt nur dekorativ am Rand zu stehen. Die Spielfiguren lassen sich um insgesamt 100 Stufen aufwerten und es gibt zusätzliche Effekte, die zum Rundenstart oder auch beim Platzieren aktiviert werden. So kommt eine größere taktische Tiefe ins Spiel.
Helden, die sich einmischen
Wie läuft ein Match ab? Zum Start wählt ihr erstmal einen Helden. Diese stammen logischerweise aus dem Universum von Honor of Kings und ich habe das Tutorial und auch die erste Runde mit Sasha gespielt. Sasha hat als besonderen Effekt, dass sie zu Beginn einer jeden Runde die Feinde attackiert und so direkt schon mal etwas Schaden verursacht.

Andere Helden verleihen euch am Ende eines Kampfes eine Kopie von einer Figur auf dem Spielfeld, es gibt Bonuslevel für eure Figuren oder es wird eine feindliche Kreatur kopiert, die dann zusätzlich auf eurer Seite kämpft. Schon hier beginnt also eure erste taktische Entscheidung.
Spielfiguren und Ausrüstungsgegenstände
Wie geht es weiter? Wie anderen Autobattlern kauft ihr euch Spielfiguren oder levelt euren Helden hoch, um so mehr Platz auf dem Feld zu bekommen. Allerdings wird auf die Zins-Mechanik verzichtet. Ihr könnt also theoretisch euer gesamtes Geld ausgeben, behaltet aber auch gespartes Geld an, um dann in der nächsten Runde größer zuzuschlagen.
Nach dem bekannten Muster gibt es Ein- bis Fünf-Sterne-Charaktere, die unterschiedliche Herkünfte und Fertigkeiten haben. Besonders sind hier aber zwei Effekte:
- Upkeep – Dieser Effekt wird jede Runde zum Start ausgelöst
- Deploy – Dieser Effekt wird einmalig beim Ausspielen aktiviert
So kann es auch sein, dass man einen coolen Deploy-Effekt aktivieren möchte, die Spielfigur im Anschluss aber direkt wieder verkauft, um sich doch eine andere auszusuchen, die dauerhaft auf euer Feld gehört.

Auch das Aufwerten der Figuren läuft etwas anders ab. Ihr zieht die gekaufte einfach auf eure bestehende drauf und erhaltet so ein Upgrade. Theoretisch sind hier bis zu 100 Stufen pro Figur möglich. Jede Stufe bringt kleine Stat-Boosts, aber nur bei bestimmten Meilensteinen gibt es dann größere Effekte wie die Anpassung der Fähigkeit.
Was hat es mit den Ausrüstungen auf sich? Im Unterschied zu TFT und Dota Underlords gibt es im Spiel Ausrüstungsgegenstände, die ihr eurem Helden, aber auch den Figuren auf dem Feld anlegen könnt. Die sorgen wiederum für besondere Fähigkeiten und verändern nochmal das Spielgeschehen.

Unterschiede in vielen Feinheiten
Was ist sonst noch neu?
- In einer Runde tretet ihr nur gegen 5 statt 7 andere Spieler an.
- Level-Ups bringen neben zusätzlichen Plätzen auf dem Spielfeld auch noch Boni für euch.
- Es gibt zwar Synergien in den verschiedenen Völkern, aber nicht zusätzlich noch ein Klassenattribut.
- Nach einer gewissen Zahl von Runden findet eine Auktion statt. Da könnt ihr euer Geld auf verschiedene Champions bieten. Die Spieler mit dem höchsten Gebot bekommen den Zuschlag, wobei am Ende jeder Spieler mindestens und maximal eine Figur bekommen kann.
Positiv fand ich den grundsätzlichen Aufbau des Tutorials. Das erklärt sehr detailliert, wie die Mechaniken funktionieren. Etwas schade ist, dass man immer exakt den vorgegebenen Weg gehen muss, wie das oft bei Asia-Games üblich ist. Manchmal würde ich an der ein oder anderen Stelle einfach gerne abkürzen.
Ein Autobattler im Universum eines MOBAs
Irgendwie passt es sehr gut, dass Tencent mit Honor of Kings einen solchen Autobattler baut. Schließlich basiert die Welt auf einem MOBA und dabei sogar dem größten der Welt. 2025 stellte es einen Rekord auf mit 139 Millionen aktiven Spielern an einem einzigen Tag. Man möchte dieses Franchise nun ausbauen und hat dazu Honor of Kings: World und eben ACE gebaut.
Aktuell befindet sich ACE noch in einer Beta-Phase in China, wo es noch 2026 erscheinen soll. Ein globaler Release ist definitiv geplant, wird bei uns aber nicht vor 2027 stattfinden. Schade, denn ich hatte tatsächlich viel Spaß mit dem Titel. Durch die Heldenwahl und die Zusatzeffekte der Figuren beim Beschwören oder zum Start der Runde, kommt nochmal eine ganz andere Dynamik rein. Nur das Fehlen des Zinssystems fand ich ungewohnt. Ich war in meinem ersten Match sehr sparsam unterwegs, meinten auch die Entwickler vor Ort.
Insgesamt bin ich sehr gespannt auf Honor of Kings: ACE, zum einen, weil ich es vor der Gamescom gar nicht auf dem Schirm hatte, und zum anderen, weil ich von TFT zuletzt etwas enttäuscht war. Vielleicht wird das ja endlich eine gute Alternative.
Sehnt ihr euch nach einem neuen Auto-Battler? Oder seid ihr mit dem vorhandenen Angebot schon zufrieden? Und wie findet ihr die neuen Ansätze? Schreibt das gerne in die Kommentare.
Meine zweite positive Überraschung der Messe kommt übrigens ebenfalls aus dem Hause Tencent: Ich habe das neue Pokémon-MMO Roco Kingdom gespielt und es war viel besser als gedacht.
