Im Laufe der Jahre habe ich etwa 100 verschiedene MMORPGs ausprobiert. Die meisten haben mir echt Spaß gemacht, manche waren aber auch total daneben. Die drei schlechtesten Exemplare, die ich dabei ausprobiert habe, möchte ich euch hier vorstellen.
Inhaltsverzeichnis
Ship of Heroes
Das erste Spiel in dieser Liste ist Ship of Heroes. Dabei handelt es sich um ein Superhelden-MMORPG, das im September 2025 auf Steam erschienen ist. Es wurde vor allem von Fans ins Leben gerufen, die einen Nachfolger zu City of Heroes bauen wollten. Das Spiel musste sich schon vor dem Release einer Kritik aussetzen, weil die Monetarisierung aus der Sicht vieler einfach daneben war. Eine Spielversion für 60 Euro und dann noch obendrauf ein monatliches Abo. Das Preisniveau liegt also auf einem Level mit WoW, doch die ersten Trailer wirkten nicht so, als würde Ship of Heroes dem gerecht.
Tatsächlich war die Spielerfahrung dann noch etwas schlimmer. Grafisch sah Ship of Heroes einfach schlechter aus als das 2004 erschienene City of Heroes, die Spielwelt war zwar bevölkert mit NPCs, doch trotzdem kam gar keine Atmosphäre auf. Alles wirkte sehr statisch, die Autos fuhren einfach durch mich durch und ich konnte mit nichts und niemandem interagieren. Eine extrem leblose Welt.
Die Quests wurden von komischen KI-Stimmen vertont, die Gebäude waren Instanzen, die nahezu identisch aufgebaut sind, und es gab haufenweise Bugs und Probleme. Tatsächlich musste ich sogar eine ganze Instanz zurücksetzen, weil ein Mob in der Wand feststeckte.
Das Kampfsystem war dabei sehr einfach gehalten. Man nimmt einen Feind ins Visier und dann wirkt man die Fähigkeiten, die mit Sicherheit treffen, also klassisches Tab-Targeting. Positiv war, dass sich die Fähigkeiten auch im Laufen wirken ließen. Negativ waren definitiv die Sounds und das Trefferfeedback. Es gab zwar ganz leichtes Ruckeln am Feind, aber wuchtig oder gar nach einem Superheldenangriff fühlte sich das nicht an.
Die Liste gibt es übrigens auch wieder als Video mit Gameplay dazu:
Mich nervte auch dieses komplett feste Target, also nicht nur, dass ich ein Ziel anvisiere, die Kamera lockte sich auch darauf ein und ich konnte nicht mal vernünftig weg von dem Ziel laufen. Schlimmer als die Kämpfe waren aber die Bewegungen. Die fühlten sich sehr unrund an, beim Drehen zog die Kamera etwas nach, die Supergeschwindigkeit ließ sich nicht gut steuern und es kam ständig zu Kamerasprüngen, wenn Objekte im Weg waren. Auch die Sprunganimation mit den angezogenen Beinen wirkte jetzt nicht sonderlich gut.
Das einzig Positive war eigentlich das Fähigkeitensystem mit verschiedenen Archetypen und der Möglichkeit, zwei unterschiedliche Spielstile zu kombinieren. Und genau das wurde sich ja vom Original abgeguckt. Ansonsten war das Spiel ein glatter Reinfall.
Auch heute noch lässt sich Ship of Heroes übrigens auf Steam spielen und hat dort starke Reviews, die zu 26 % positiv, oder besser zu 74 % negativ, ausfallen. Mit einem Spieler im 24-Stunden-Peak frage ich mich ernsthaft, warum das MMORPG noch nicht abgeschaltet wurde.
Chimeraland
Das zweite Spiel ist dann Chimeraland. Chimerland hat 2022 meine Aufmerksamkeit mit einem besonderen Charaktereditor auf sich gezogen. Dort konnte man nämlich die verrücktesten Tierwesen überhaupt designen. Haie mit riesigen Köpfen, Vogelwesen, Pandas oder auch eine wilde Mischung daraus. Grafisch sah es nicht sonderlich gut aus und auch spielerisch konnte es mich nicht wirklich packen.
Der Gameplayloop erinnerte eher an ein Survivalspiel. Zwar gab es Quests und Aufgaben, denen man folgen konnte, aber eine zusammenhängende Geschichte wurde da nicht erzählt. Stattdessen standen das Bauen in der Spielwelt, das Kochen von Bufffood oder das Zähmen von anderen Kreaturen im Fokus.
Das Kampfsystem setzte auf ein Action-Modell, also musste man aktiv zielen und ausweichen, und jeder Gegner hatte Schwachpunkte, an denen man Bonusschaden verursachen konnte. Leider war das Fadenkreuz oder aber die Hitbox der Gegner sehr unpräzise, das kann ich nicht genau sagen, die Treffer saßen in jedem Fall nicht. Auch Lags und allgemeine Performance-Probleme haben den Spielspaß jetzt nicht unbedingt erhöht.
Chimeraland startete im Januar 2022 in den Early Access, wurde dann im Sommer auf Steam veröffentlicht und erreichte sogar mit 2.264 Nutzern im Peak ein ganz akzeptables Ergebnis. Hinter dem Spiel stand ein Indiestudio mit encent als Publisher. Im März 2024 wurde es jedoch abgeschaltet. Trotzdem werde ich das Spiel nie vergessen, in dem ich mir einen dünnen Fischmenschen mit Dinosaurierfüßen, einem Haischwanz und einem viel zu großen Kopf mit weit auseinanderstehenden Augen gebaut habe, auch wenn der Rest echt nicht gut war.
Otherland
Und als Drittes und Letztes möchte ich euch Otherland vorstellen. Dieser Titel hat es mir besonders angetan, weil er irgendwie Potential hatte, aber am Ende auch ganz, ganz viel falsch gemacht hat. Im Grunde handelt es sich um ein SciFi-MMORPG, das 2015 veröffentlicht wurde, aber nie mehr als 200 gleichzeitige Spieler hatte. Man reiste durch ein Multiversum von verschiedenen Welten, und irgendwie war einem nie so richtig klar, was man da eigentlich vor sich hatte.
Bei der Charaktererstellung gab es die Wahl aus Social- und Normal-Charakteren. Social-Charaktere waren wirklich nur dafür da, in Städten zu stehen und mit anderen zu reden. Nur dass das Spiel, als ich es 2021 ausprobiert habe, gar keine Spieler hatte.
Das Tutorial war dann ebenfalls ein Fiebertraum. Man musste Sprungrätsel lösen, traf auf schattenhafte Wesen ohne irgendeinen nachvollziehbaren Grund und ohne Interaktion, und, mein absolutes Highlight: Bei manchen Quests stand halt einfach „Default Description, please change.“ Nicht im Endgame, sondern im Tutorial.
Dort durfte ich mich auch mal in Kämpfen beweisen und Otherland setzte auf ein Action-Combat, was vielleicht sogar Spaß gemacht hätte, wenn die Hitboxen nicht komplett kaputt gewesen wären. Ein Problem, das sich irgendwie durch alle drei MMORPGs dieser Liste gezogen hat. Obendrauf kommt ein quasi nicht vorhandenes Trefferfeedback. Auch etliche Grafikbugs und Belichtungsprobleme, Popins von Objekten und eine insgesamt sehr gemischte Optik machten das Spiel zu einem absoluten Abenteuer. Manche Ecken sahen ganz schön aus und man überlegte kurz, ob man nicht doch weiterspielt, andere waren dann grauenhaft.
2018 bekam Otherland dann noch eine Erweiterung, 2021, nachdem Josh Strife Hayes das ganze Spiel durchgezogt hatte – das ist übrigens eine absolut großartige Videoreihe, die ihr euch unbedingt anschauen solltet – wurde der Titel dann für immer abgeschaltet.
Und das waren dann die drei schlechtesten MMORPGs, die ich in meiner Karriere je spielen durfte. Was sagt ihr zu den ausgewählten Spielen? Und welche MMORPGs fandet ihr ganz schlimm? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Die besten MMORPGs wiederum, die ihr 2026 spielen könnt, findet ihr in unserer Bestenliste.
