Als The Witcher 3: Wild Hunt 2015 erschien, war ich gerade einmal 19 Jahre alt. Es war das erste Spiel überhaupt, das ich vorbestellt habe. Und auf der gamescom 2026, 11 Jahre später, konnte ich die neue Erweiterung hinter verschlossener Tür begutachten und darf euch darüber berichten.
Auf der Opening Night Live am Dienstag der gamescom 2026 hat uns CD Projekt eine große Überraschung geliefert. Neben dem bereits bekannten, neuen DLC für The Witcher 3, Songs of the Past, bekommt das Spiel schon im September eine komplette Remastered-Version.
Mit dabei ist natürlich eine aufgehübschte Grafik, neue Effekte für Zeichen und Magie, brachial schöne Finisher für den Nahkampf, ein verbessertes Kampfsystem und ein komplett umgekrempelter Skilltree. Und als wäre das nicht schon genug, spendiert CD Projekt neuen Fans der Reihe die beiden bisherigen Erweiterungen Blood & Wine und Hearts of Stone direkt dazu. Beide sind von nun an in der Grundversion des Spiels enthalten.
Das Remaster selbst erscheint am 29. September kostenlos für alle Besitzer von The Witcher 3. Das ist übrigens auch mein Geburtstag. Ich werte das also als direktes Geschenk von CD Projekt an mich persönlich, aber das nur als kleiner Einwurf.
Schöner, besser, moderner
Mit all diesen Änderungen lohnt es sich auf jeden Fall, dem Rollenspielgiganten einen weiteren Durchlauf zu spendieren und das Game noch einmal ganz von vorne durchzuspielen. Das verbesserte Skillsystem, das einem mehr Möglichkeiten gibt, sich zu spezialisieren, ist dabei mit das beste Argument für mich.
Das größte Argument dürfte allerdings die 2027 erscheinende Erweiterung Songs of the Past sein. Über 10 Jahre nach dem Release des Hexerabenteuers bekommt dieses tatsächlich ein weiteres Kapitel spendiert, um eine Brücke zu The Witcher 4 zu schlagen, was aktuell noch kein Releasedatum hat.
Songs of the Past schließt an die Geschichte von Witcher 3 beziehungsweise an das Ende der Erweiterung Blood & Wine an. Geralt hat sich auf seinem Weingut zur Ruhe gesetzt und hexert höchstens noch nebenberuflich. Doch der Hilferuf eines alten Freundes bringt ihn dazu, aus dem Ruhestand zurückzukehren.
In Songs of the Past verschlägt es Geralt in das Land Letten. Ein vom Krieg unberührtes Fleckchen Natur und nicht ganz zufällig die Heimat des Barden Rittersporn. Und genau hier setzt die Demo der Gamescom an, die ich mir ansehen durfte. Sie begleitet eine der ersten Quests in Letten, daher lassen sich minimale Spoiler nicht vermeiden.

Ein Barde und seine Cousine in Not
Nach einer durchzechten Nacht wacht Geralt auf einem Feld auf und sucht seinen Freund Rittersporn, da er bei seiner Familie zum Frühstück eingeladen ist. Auf dem Weg findet der Hexer jedoch die Laute des Barden, die er natürlich niemals freiwillig hergeben würde. Nach intensiven Diskussionen mit Rittersporns Familie, findet sich Geralt nur wenig später auf dem Weg zu einem angeblich verfluchten Brunnen. Begleitet von Rittersporns Cousine Lilla, die leider nur halb so gut auf sich selbst aufpassen kann, wie sie denkt.
Kurz darauf irrt Geralt durch ein Labyrinth aus lebenden Pflanzen und versucht nun, gleich zwei Mitglieder der musikalischen Familie zu retten. Dabei treffen wir nicht nur auf neue Monster, auch Geralts neue, alte Waffe sehen wir zum ersten Mal im Einsatz.
Dabei handelt es sich um eine Art Greifhaken, die wir zum ersten Mal bereits im Introvideo von The Witcher 1 gesehen haben, aber niemals selbst spielen konnten – bis jetzt. Mit dem Haken ziehen wir Feinde an uns ran und visieren dabei im besten Falle die verwundbaren Stellen der Gegner an. Gelingt uns das, ziehen wir den armen Feind direkt in unsere Klinge und töten ihn sofort. Der Haken ersetzt dabei die Armbrust im Ausrüstungsmenü des Hexers, er gilt also als Fernkampfwaffe.

Der Greifhaken, gepaart mit der fantastischen neuen Optik des RPGs, den schönen neuen Licht- und Kampfeffekten und den grandios in Szene gesetzten Hexer-Zeichen, katapultiert mich genau in die gleiche Vorfreude zurück, die ich schon damals vor dem Launch von The Witcher 3 hatte.
Wie die Quest ausgeht, erfahren wir in der Demo übrigens nicht. Wir können zwar Lilla retten, Rittersporn bleibt jedoch vorerst verschwunden. Wie es um den Barden steht, erfahren wir dann also erst, wenn Songs of the Past 2027 erscheint.
Ein ganz persönliches Dankeschön
Vom Umfang her soll sich die neue Erweiterung übrigens ungefähr an Blood & Wine orientieren. Wenn man sich Zeit lässt, sind also locker 20 Stunden Spielzeit in Songs of the Past drin. Mit dabei ist übrigens auch mehr vom Kartenspiel Gwent. Wie genau das „mehr“ aussieht, wissen wir aktuell aber noch nicht.
Nach der Demo, samt kurzem Auftritt von Doug Cockle, der englischen Stimme von Hexer Geralt, bleibe ich begeistert zurück. Ich kann es kaum erwarten, wieder als Geralt durch die Lande zu streifen und auf dem treuen Pferd Plötze, das übrigens auch eine neue Steuerung und bessere Wegfindung spendiert bekommt, auf die Jagd zu reiten.

Das hier mag keine sehr objektive Einschätzung sein, zugegeben. Aber ich persönlich freue mich auf Songs of the Past mehr, als auf fast jedes andere neue Spiel. Und schon jetzt, vor dem Release, erfüllte es mir einen jahrelangen Wunsch.
Denn als ich damals mit 18 Jahren den Kollegen von der GameStar lauschte, wie sie über ihre ersten Gamescom-Termine und Anspielsessions von Witcher 3 sprachen, dachte ich mir das erste Mal: „Oh Mann, das wäre wirklich ein cooler Job. Irgendwann mal selbst bei sowas mitzumachen, Träumchen.“
Und nun, 11 Jahre später, darf ich euch von meinem ganz eigenen Pressetermin von Songs of the Past erzählen und mir dabei selbst einen kleinen Wunsch erfüllen. Insofern danke, dass ihr alle, die das gerade lest, genau das möglich gemacht habt.
Aber was haltet ihr da draußen von Songs of the Past? Sehe ich das Ganze vielleicht durch eine zu rosarote Brille? Oder habt ihr genauso viel Lust darauf, zu Hexer Geralt zurückzukehren, wie ich? Schreibt es uns gerne in die Kommentare hier bei MMO News oder direkt auf unserem Discord.
