In Island fand vom 14. bis zum 16. Mai das EVE Fanfest statt und unser Redakteur Mark war vor Ort dabei. Neben Raumschiffen, Allianzen und neuen Ankündigungen waren ausgerechnet auch Wikinger ein Thema, für das Mark sogar sein Blut gegeben hat.
Das Fanfest von EVE Online ist seit mehr als 10 Jahren eine feste Institution in der MMO-Landschaft. Auch 2026 lädt Fenris Creations wieder, oder eher zum ersten Mal, nach Reykjavik ein, um neue Features anzukündigen und die einzigartige Community des Sci-Fi-MMORPGs zu feiern. Fenris Creations ist dabei der neue und alte Name von Entwickler CCP Games.
Nachdem sich die Firma zurück in die Selbstständigkeit gekauft und sich damit von Publisher Pearl Abyss gelöst hatte, entschied man sich auch dazu, den Namen von CCP Games hin zu Fenris Creations zu wechseln. Es zeigt, wohin die Richtung geht: zurück zu den Wurzeln, aber besser. Denn CCP Games hieß bereits einmal Fenris und hat damals, vor EVE Online, unter dem Namen ein Brettspiel veröffentlicht.
Darüber haben wir auch bereits in Folge 141 des Podcasts gesprochen:
Fenris ist übrigens auch der Name eines riesigen Wolfes in der nordischen Mythologie. Somit war es auch keine allzu große Überraschung mehr, dass es bei der Eröffnungszeremonie des Sci-Fi und Weltraum-Spiels erstmal um Wikinger ging.
Bereits letztes Jahr auf dem Fanfest hat CEO Hilmar angekündigt, er wolle einen Gedichtband aus dem Blut seiner Fans schreiben. Genau dieser Plan wurde auf dem diesjährigen Fanfest umgesetzt und sogar erweitert. Denn Hilmar verkündet auf der Bühne stolz, dass er diesen Gedichtband auf den Mond bringen möchte. Er wüsste noch nicht wie, es gäbe auch noch keine konkreten Pläne, aber das ist das große Ziel.
Der Gedichtband selbst wurde dabei von den isländischen Autoren Andri Magnason und Jónas Gunnarsson verfasst, die die Geschichte von EVE Online und die Geschehnisse und Taten der Spieler in New Eden erzählen sollen. Ganz im traditionellen Stil der isländischen Edda, also geschrieben auf getrockneter Kuhhaut, mit einer Mischung aus Blut und Tinte, deren Rezeptur hunderte Jahre alt sein soll.

Bis zu 5.000 Jahre lang soll dieser Gedichtband dann tatsächlich lesbar und erhalten bleiben und das vorerst in einem Museum in Island. Bis Hilmar einen Weg findet, das Buch tatsächlich auf den Mond zu schießen. Es handelt sich dabei übrigens um die erste Niederschrift mit dieser Methode in isländischer Sprache seit 700 Jahren.
Und ich bin buchstäblich Teil davon. Denn meine erste Tätigkeit auf dem Fanfest 2026 war es, Blut zu spenden, um irgendwie an diesem merkwürdigen und zugleich beeindruckenden Konzept mitwirken zu können und in einer entfernten Zukunft ein kleines bisschen „ich“ auf dem Mond zu wissen. Eine von vielen einzigartigen Gelegenheiten, die das EVE Fanfest zu bieten hat.
Eine neue Erweiterung für EVE, eine Alpha für Vanguard, mehr Tests für Frontier und ganz viel Liebe
Weiter ging es dann mit gleich drei großen Ankündigungen auf der EVE Keynote in diesem Jahr. Im Mittelpunkt stand dabei die neue Erweiterung für EVE Online, Cradle of War. Sie überarbeitet grundlegend, wie Fraktionskriege im MMORPG funktionieren, und bietet eine ganze Reihe an Neuerungen für Einsteiger und Wiederkehrer. Sie ist die erste von drei Erweiterungen einer zusammenhängenden Saga: “Cradle of War ist das Fundament, auf dem wir noch bessere Erweiterungen aufbauen können“, so Creative Director Bergur Finnbogason im Interview mit mir.
Auch für den Shooter EVE Vanguard wird es spannend, hier startet nämlich im Juli der erste Alpha-Test. Operation Avalon läuft vom 7. bis zum 20. Juli über den EVE Launcher und erstmals auch über Steam. Mit diesem Test bereitet sich das MMOFPS auf einen dauerhaften Alpha-Betrieb vor, bei dem Spieler dann jederzeit als Warclones aufeinander schießen können. Diesen Status soll Vanguard dann im November erreichen. Was aber jetzt schon dabei ist, ist die beste Waffe, die sie je gemacht haben – die SMG. Zumindest bezeichnet Jamie Stanton, Creative Lead von Vanguard sie so. Am besten überzeugt ihr euch einfach im Juli selbst.
Zuletzt zeigt EVE Frontier dann, worauf ihr euch ab dem 9. Juni mit dem Update “Cycle 6: Sanctuary” freuen könnt. Nämlich über WASD und Gamepad-Steuerung sowie einen vollmodularen Baukasten für euer persönliches (T)Raumschiff. Sæmundur Hermannsson, Game Director von Frontier, sagt mir im Interview: “Cycle 6 fühlt sich an, wie die erste echte Version des Spiels”. Nachdem ich selbst eine Rennstrecke in Frontier mit einem Flight-Stick geflogen bin, kann ich zumindest bestätigen, dass das richtig viel Spaß macht.
Neben den großen Ankündigungen stand auf dem Fanfest aber die Community im Mittelpunkt. Denn EVE lebt und zehrt seit nunmehr 23 Jahren von seiner beispiellosen Spielerschaft, die vor Passion fast schon überschwappt. Fast 8.000 Stunden Spielzeit hat der durchschnittliche, in Reykjavik anwesende, EVE-Pilot – und mindestens genauso viele Freunde durch das MMORPG gewonnen.
Okay, einer dieser beiden Fakten ist ausgedacht. Man gewinnt jedoch schnell den Eindruck, das 8.000 Freunde durchaus im Rahmen des Möglichen sind, wenn sich erbittert verfeindete Allianzen im traditionellen Pubcrawl des Fanfests in den Armen liegen und singen.
“Ihr seid EVE Online”
Mit diesen Worten endete das EVE Fanfest dann am 16. Mai. Und obwohl sie kurz sind, könnten sie nicht wahrer sein. Die Community von EVE gibt es kein zweites Mal in der MMO-Welt. Sie ist sogar so spannend, dass Google sie mit ihrem DeepMind-Projekt erforschen will, wie die jüngste Zusammenarbeit zwischen Fenris und dem Suchmaschinen-Giganten zeigt.
Ihr zu Ehren steht in Reykjavik sogar ein Monument. Am Hafen der Hauptstadt findet sich ein rund 2 Meter hoher Obelisk, auf dessen Stufen die Namen aller EVE-Spieler eingraviert sind, die jemals das optionale Abo von EVE gekauft haben. Laut Fenris ist man aktuell bereits in Gesprächen mit der Stadtverwaltung, das Monument zum 30. Geburtstag von EVE um eine Stufe zu vergrößern, und die neuen Namen der letzten 10 Jahre zu ergänzen.

“The best ship is friendship”, sagt Eyrún Jónsdóttir, Vice President of Product, auf der Bühne der Keynote und erntet große Zustimmung aus dem Saal. Denn die Community von EVE hat ein Imperium, einen Papst, eine Börsenaufsicht, Flottenkapitäne, die tausende Spieler organiseren, viele Kriege und vor allem sehr viele Freundschaften.
CEO Hilmar geht sogar so weit und nennt EVE eine “Freundschaftsmaschine”. Und während das vielleicht etwas überzogen klingt, bin ich der festen Überzeugung, dass jeder von euch genauso denken würde, der auch nur einmal das Fanfest in Island besucht. Nächstes Jahr findet es übrigens vom 13. bis zum 15. Mai statt, falls ihr euch selbst davon überzeugen möchtet.
Ich selbst habe durch EVE und das Fanfest jedenfalls langjährige Freundschaften geschlossen, selbst ohne das MMORPG überhaupt aktiv zu spielen und kann jeden verstehen, der sich den Worten von Hilmar anschließt und voller Inbrunst in die Keynote schreit: „EVE FOREVER!“ – In diesem Sinne: Good Luck, Mister Gorsky.
Bildergalerie: EVE Fanfest 2026













