Neverwinter ist ein MMORPG aus dem Jahr 2013, das ihr auf dem PC, der PlayStation und der Xbox spielen könnt. Ihr taucht darin in das Universum von Dungeons & Dragons ein und anfangs konnte es vor allem mit seinem actionreichen Kampfsystem punkten. Doch seit dem Release sind mittlerweile ziemlich genau 13 Jahre vergangen und entsprechend steht natürlich die Frage im Raum: Lohnt es sich 2026 noch, mit dem Spiel anzufangen oder zu diesem zurückzukehren?
Welche Klassen und Völker gibt es? In Neverwinter habt ihr die Wahl aus 15 verschiedenen spielbaren Völkern, darunter Menschen, Elfen, Zwerge und Halborks. Einige von ihnen stecken aber hinter einer Paywall, darunter Drachengeborene oder Mondelfen. Jedes Volk hat einen eigenen Stat-Bonus, der aber nicht zu stark ins Gewicht fällt. Was die Klassen angeht, so dürft ihr hier aus 9 verschiedenen wählen: Kleriker, Barbar, Hexenmeister, Schurke, Kämpfer, Barde, Waldläufer, Paladin und Magier.
Der Charaktereditor ist dabei ziemlich detailliert ausgearbeitet und ihr könnt wahlweise aus Vorlagen wählen oder aber verschiedenste Slider nutzen, um einen Charakter zu erstellen, der euch besonders gefällt.
Den ganzen Artikel gibt es auch als Video mit Gameplay zu sehen:
Inhaltsverzeichnis
Einstieg und Level-Phase
Was dann den Einstieg und die Level-Phase im Spiel angeht, so durchlebt ihr mit jedem Charakter im Grunde die gleiche Geschichte. Es gibt also keine Unterschiede bei den Völkern, etwa eigene Startgebiete, wie es bei Guild Wars 2 oder WoW der Fall ist. Generell ist der Aufbau der Spielwelt von Neverwinter etwas ganz Besonderes. Denn diese ist stark instanziiert und innerhalb dieser Instanzen teilweise noch in Phasen und spezielle Story-Zonen unterteilt.
Man trifft zwar immer wieder auf andere Spieler, aber durchlebt ständig Ladescreens oder läuft durch schimmernde Tore, die einen von anderen trennen. Der große Sammelpunkt für alle ist die Protectors Enklave, eine Stadt mit vielen Questgebern und Händlern.
Neben der ungewohnten Spielwelt ist auch das Level-System, das mit Modul 21 vor 5 Jahren eingeführt wurde. Statt eines ursprünglichen Maximallevels von 80 ist man nun auf 20 Stufen beschränkt. Diese erreicht man zudem nicht über das Grinden von Mobs oder durch besondere Aktivitäten, sondern einzig und allein durch den Fortschritt in der Story. Schließt ihr eine bestimmte Story-Kampagne ab, dann gibt es als Belohnung das Level-Up. Am Ende braucht ihr aber nur so 8 bis 15 Stunden Story zu spielen, bis ihr das Max-Level erreicht habt.
Ab da dreht sich dann viel um den Grind nach neuer Ausrüstung. Der Wechsel auf dieses neue Modell wurde unter anderem damit begründet, dass man sich wieder mehr an Dungeons & Dragons orientieren möchte. Generell spielt das MMORPG im Setting der Vergessenen Reiche und man kann hier einige bekannte Orte und Elemente wiederfinden. Das macht für einige auch den Reiz von Neverwinter aus.
Actionreiche Kämpfe waren das Highlight vor 13 Jahren
Für andere ist vor allem das Kampfsystem ein Highlight, das auf ein Action-Modell setzt. Ihr müsst also aktiv zu Feinden hinlaufen, diese anvisieren und Angriffen von Feinden ausweichen. Dabei spielt es sich jedoch nicht so dynamisch wie ein New World, denn es gibt keine klassische Ausweichrolle und die Charaktere bewegen sich etwas behäbiger. Auch an das Actionlevel eines Black Desert, das dieses Jahr dicke Updates bekommt, kommt man nicht heran.
Mit zwei Angriffen auf den Maustasten, drei Fähigkeiten, 2 Ultimates und zwei Fähigkeiten über Items (einmal das Artefakt und einmal das Reittier) kommt man auf eine akzeptable Zahl von Optionen in einem Kampf. Euch stehen dabei deutlich mehr Fähigkeiten als Plätze zur Verfügung, ihr müsst euch in eurem Build aber auf diese wenigen beschränken. Jede Klasse hat zudem zwei besondere Fähigkeiten auf Shift und Tab, mit denen der Kämpfer etwa Angriffe blocken oder der Magier sich teleportieren kann.
Neverwinter setzt dabei auf eine Holy-Trinity, die auch in Dungeons und Raids gefordert wird.

Alle PvE- und PvP-Inhalte
Was die grundsätzlichen Spielinhalte angeht, so habt ihr in den Chroniken der Schwertkünste verschiedenste Story-Kampagnen, denen ihr folgen könnt. Sechs davon beziehen sich auf die Level-Phase und im Anschluss folgen 8 weitere kürzere Abenteuer. Zudem gibt es noch die Kampagnen, die ebenfalls storylastig sind, aber länger andauern und manchmal auch nur zeitbegrenzt sind. Hier findet man auch die neueste Kampagne Beißende Kälte, die erst am 19. Mai veröffentlicht wurde.
Das Gute ist, dass man diese Kampagne auch sofort mit dem Max-Level starten kann und vorab keinen bestimmten Gearscore benötigt. Hier greift ein dynamisches Skalierungssystem, ähnlich wie in ESO. Die alten Kampagnen wurden auch noch komplett auf Deutsch synchronisiert, inzwischen gibt es den Ton nur noch auf Englisch, aber alle Questtexte und Items sind lokalisiert.
Neben der Story erwarten euch haufenweise instanziierte Inhalte wie Gefechte, Dungeons in verschiedenen Schwierigkeitsgraden und auch Prüfungen in drei Stufen. Letzteres sind Bosse, die mit 10 Spielern angegangen werden, ein wenig vergleichbar mit Raids aus anderen MMORPGs. Die sind richtig schön inszeniert, anfangs noch leicht mit Randoms zu machen, doch sie werden mit der Zeit immer schwerer.
Zudem gibt es verschiedene Arena-PvP-Modi, darunter 5v5 und 10v10-Kämpfe, sowie die 20v20 Gildenkämpfe. Da jedoch ein großer Fokus von Neverwinter auf dem PvE liegt und die Belohnungen im PvP quasi nicht vorhanden sind, sind die Wartezeiten hier stellenweise extrem lang.

Extrem lang kann auch der Grind für die perfekte Ausrüstung werden, allerdings verzichtet Neverwinter fast komplett auf Timegate. Es gibt zwar einige Bonus-Belohnungen, wenn man Dinge zum ersten Mal an einem Tag macht, aber niemand hindert euch daran, die Dungeons immer und immer wieder zu laufen.
Der Spielablauf
Was den generellen Gameplay-Loop angeht, so spielt ihr zuerst die Kampagnen, um Level 20 zu erreichen, und beginnt dann, euch über die Abenteuer-Siegel die erste bessere Ausrüstung zu holen. Die genügt dann, um die ersten Gefechte zu laufen, über die ihr Drachen-Siegel bekommt. Die wiederum tauscht ihr in bessere Ausrüstung um, um dann Dungeons und Prüfungen erledigen zu dürfen. Der neue Content belohnt euch dann mit Siegeln der Spinne, die wiederum euren Gearscore erhöhen.
Und genauso geht es dann auf höheren Stufen weiter, wobei ihr euch aktuell auch ganz nützliche Ausrüstung aus der neusten Erweiterung holen könnt. Neben Rüstungen und Waffen gibt es noch Verstärkungen, die Artefakte, die Gefährten und die Reittiere, die auf euren Gearscore einzahlen. Wer sich tatsächlich die beste Ausrüstung im Spiel holen will, muss einiges an Zeit investieren oder kürzt mit der Kreditkarte ab. Und das bringt uns auch direkt zum Thema Monetarisierung.
Monetarisierung
Neverwinter ist Free2Play und theoretisch könnt ihr euch alles erspielen, ohne einen Cent ausgeben zu müssen. Jedoch bietet das MMORPG etliche Wege, um mit Geld den Grind abzukürzen. So könnt ihr euch etwa einen Max-Level-Boost kaufen, der euch sofort auf Stufe 20 bringt und euch eine akzeptable Ausrüstung bringt, um die ersten Gefechte zu laufen.
Zudem könnt ihr die Echtgeld-Währung Zen in Ingame-Währung tauschen, um euch so aus dem Auktionshaus alle gewünschten Items zu kaufen. Im Shop gibt es Vorteilspakete mit Währungen, Schlüssel für Lootboxen, Aufwertungen für Reittiere und auch Kisten mit legendären Insignien direkt für Echtgeld zu kaufen.
Mit dem VIP-System gibt es zudem ein optionales Abo, das euch 15 % Bonus auf die Währung Astraldiamenten, täglichen Bonus-Loot, 10 % mehr Ruhm und eine Weltreise von überall ermöglicht. Wer zudem direkt für 12 Monate ein Abo abschließt, bekommt 1 % mehr Lebenspunkte, reduzierte Kosten im Auktionshaus und noch mehr Rohdiamanten.

Neben diesen Dingen gibt es die schon angesprochenen Völker sowie etliche Skins für Gefährten, Reittiere oder Ausrüstungen sowie typische Dienstleistungen wie Charakterplätze, Inventarplätze oder Völkerwechsel im Shop zu kaufen.
Neverwinter nutzt also Möglichkeiten der Monetarisierung aus, da aber PvP ohnehin keine große Rolle spielt, muss jeder für sich selbst entscheiden, ob das Pay2Win ist oder nicht.
Der Stand 2026
Doch wie geht es Neverwinter nun im Jahr 2026? Eine sehr gute Nachricht ist, dass es aktuell 2 bis 3 neue Erweiterungen pro Jahr gibt, die mit einem neuen Gebiet, neuen Story-Inhalten und neuen Dungeons einhergehen. Für Veteranen gibt es also immer was zu tun und Neueinsteiger dürften allein mit den Story-Kampagnen dutzende bis hunderte Stunden beschäftigt sein.
Ebenfalls positiv ist, dass man sofort in die neueste Kampagne starten darf und das Kampfsystem im Jahr 2026 noch immer Spaß macht. Wer also ein Action-MMORPG sucht, wird hier definitiv fündig.

Spannend finde ich auch, dass sich der Entwickler Cryptic Studios erst Ende 2025 von seinem Publisher, der Embracher-Group, freigekauft hat. Einige Köpfe hinter dem Studio haben sich zusammengetan und die neue Firma Project Golden Arc gegründet, um ihre MMORPGs Neverwinter, Star Trek Online und Champions Online nun eigenständig entwickeln zu dürfen. In diesem Zuge wurde auch Jack Emmert, einer der alten Köpfe hinter City of Heroes und Star Trek Online, wieder in die Firma geholt.
Allerdings läuft bei Neverwinter trotzdem nicht alles perfekt. Der Grafik und der Engine merkt man das Alter an, die aktuelle Balance ist zu stark auf Fernkämpfer ausgelegt und lässt Nahkampf-DPS-Klassen etwas im Regen stehen, und das PvP ist wie schon angesprochen ziemlich tot. Zudem fehlt noch immer Crossplay zwischen den einzelnen Plattformen und das MMORPG hat einige Nutzer im Laufe der Jahre wegen verschiedener schlechter Designentscheidungen verloren, was die Spielerzahl etwas gedrückt hat. Zu guter Letzt ist der Umfang der Updates auch nicht so groß, wie bei den besten MMORPGs im Jahr 2026.
Die Spielerzahlen 2026
Doch wo liegen die Spielerzahlen genau? Das weiß man natürlich nicht. Schaut man sich jedoch die Zahlen auf Steam an, dann sinken sie langsam, aber konstant, seit dem Start auf der Plattform im Jahr 2014. Waren es damals noch über 14.000 im Peak, fiel man 2021 erstmals unter die Marke von 2.000. Heute liegt man irgendwo im Bereich von 800 bis 1.400. Allerdings wird eine größere Zahl den Client abseits von Steam nutzen. Wie groß diese ist, lässt sich derzeit nicht sagen.

Was ich aber sagen kann: Zur Primetime findet man extrem schnell Gruppen für die instanziierten Inhalte. Der Chat ist belebt und auch dort werden Leute für Instanzen gesucht. Das Auktionshaus ist voller Items und man begegnet auch in den niedrigstufigen Kampagnen immer anderen Spielern. Im Spiel fühlt es sich entsprechend bevölkert an, und erst Anfang Mai wurden etliche Spieler zurückgelockt, über eine Kampagne, bei der Charaktere auf dem Max-Level verschenkt wurden.
Man ist definitiv weg von seiner Glanzzeit, aber auch noch weit weg vom Tod.
Fazit
Und damit kommen wir auch schon zum Fazit. Neverwinter ist ein MMORPG für Fans von Dungeons and Dragons, actionreichen Kämpfen und PvE. Wer gerne im PvP unterwegs ist, kann direkt weiterziehen. Auch wer eine komplett offene Spielwelt oder ein tiefgreifendes Crafting-System sucht, wird hier nicht auf seine Kosten kommen. Zu guter Letzt ist es auch kein Spiel für Fans von Massenschlachten, weil ihr in der Regel nur mit 5 oder 10 Spielern unterwegs seid.
Wer hingegen gerne in Instanzen spielt, nach Ausrüstung grindet und dabei ein Action-Kampfsystem haben möchte, der ist hier an der richtigen Adresse. Auch Story-Fans kommen auf ihre Kosten, auch, weil die meisten Module noch komplett auf Deutsch vertont sind.
Die Zukunft von Neverwinter sieht gut, wenn auch nicht überragend aus. Denn im Mai ist die neue Erweiterung Biting Cold erschienen und die nächste wurde schon angekündigt. Neuer Content wird also auf absehbare Zeit auf jeden Fall kommen, wobei diese Erweiterungen natürlich nicht das Ausmaß von denen aus WoW oder Final Fantasy haben. Aber durch das Free2Play-Modell habt ihr erst einmal nicht viel zu verlieren, weswegen sich auch 2026 der Einstieg noch immer lohnt.
Wie seht ihr Neverwinter im Jahr 2026?
